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Von Daressalam nach Morogoro 🚌

  • Autorenbild: Nora Klammt
    Nora Klammt
  • 23. Sept. 2023
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 30. Sept. 2023

Um 6 Uhr (am 10.09.2023) war es dann schlagartig hell, so als hätte jemand auf einmal das Licht angeschaltet. Wir nahmen unser ganzes Gepäck und machten uns zunächst auf die Suche nach einem Geldautomat und dort angekommen waren wir erstmal total überrascht. Ich glaube ich hatte noch nie so viele Scheine auf einmal in der Hand, denn 3,72€ entsprechen 10.000 tansanischen Schilling. Ich hatte also wirklich Scheine in der Hand, auf denen eine 10.000 stand und der umgerechnete Wert waren nicht mal 4€. Als Nächstes kümmerten wir uns um Guthaben für unsere Handys, wofür wir dann natürlich auch einen 5-stelligen Betrag bezahlen 😅 Eine SIM-Karte haben wir glücklicherweise schon vorab erhalten.


Wir wussten, dass wir mit einem Taxi irgendwie zu einer Bushaltestelle gelangen müssen um dann mit dem Bus nach Morogoro zu fahren, wo sich die Sprachschule befindet.

Schon innerhalb des Flughafengebäudes wurden wir sehr oft angesprochen und gefragt, ob wir nicht ein Taxi bräuchten, aber uns schien es das Beste einen Uber zu rufen. Also taten wir das auch. Nachdem dieser dann angekommen war und wir uns endlich gefunden hatten mussten wir ihm irgendwie klar machen, wo wir hin wollten. Das stellte sich als etwas kompliziert heraus, da er kaum Englisch sprach und wir beide noch kein Swahili. Glücklicherweise hatten wir eine Nachricht auf Swahili von unserer Vorgängerin in der beschrieben war, wo wir hin wollten.


Also belud Hussein, unser Fahrer das Auto und wir hofften einfach darauf, dass wir da ankommen würden wo wir hin wollten. Da wir beide tausend Gepäckstücke dabei hatten und das Auto sehr klein war mussten einige Taschen auf dem Rücksitz verstaut werden und somit musste einer von uns beiden vorne sitzen. Da das Margarethe etwas unheimlich war stieg ich ganz selbstbewusst vorne auf der vermeintlichen Beifahrerseite ein und stoppte auf halben Weg als ich plötzlich ein Lenkrad und Pedale im Fußraum entdeckte. Ich hatte vergessen, dass hier Linksverkehr herrscht und sich somit das Lenkrad auf der rechten Seite befindet und ich auf der linke Seite Platz nehmen muss. Wir haben alle sehr lachen müssen und als ich dann auf dem richten Platz saß fuhren wir los.


Es waren tausende neue Eindrücke und teilweise fühlte ich mich wie im Film. Die Straßenverhältnisse waren so, dass ich mich selbst nicht trauen würde mehr als 30 km/h zu fahren und wir rasten über alle Unebenheiten. Wer überholen wollte blinkte nicht sondern drückte Vollgas, hupte und überholte entweder recht oder links 😰. Das Alles wirkte für mich sehr chaotisch aber größtenteils fühlte ich mich bei unserem Uber Fahrer Hussein sehr wohl. Er fuhr nicht all zu riskant und wich allen Gefahren aus. Wie zum Beispiel den vielen Mopeds auf denen meistens 3 Personen saßen und welche gefühlt Slalom um die Autos fuhren. Und das Wichtigste, wir kamen tatsächlich da an wo der Bus zur Sprachschule starten sollte.


Er stand schon da als wir ankamen und wir luden schnell unser Gepäck um und zahlten hektisch als uns bewusst wurde, dass der Bus erst losfahren würde, wenn alle Plätze belegt sind. Wir stiegen in den Bus um uns einen Platz zu suchen. Ziemlich weit hinten schien es noch Plätze zu geben und so bahnten wir uns den Weg zu den Plätzen. Ich spürte regelrecht die vielen Blicke auf mir und das war echt ein komisches Gefühl. Denn zum ersten Mal waren wir diejenigen, die aufgrund ihrer Hautfarbe aufgefallen sind.


Wir gingen davon aus, dass wir so 1 bis 2 Stunden fahren würden da Daressalam und Morogoro auf der Karte nicht so weit auseinander lagen aber als wir die Strecke in unser Navi Eingaben erschraken wir, denn es zeigte uns 5 Stunden an. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon bis auf das bisschen Schlaf im Flugzeug 24 Stunden wach und dachte, dass ich den Großteil dieser langen Busfahrt mit schlafen überbrücken könnte. Da hatte ich mich wohl geirrt 😅


Zunächst war der Geräuschpegel sehr hoch, da irgendein Film der gefühlt nur aus lauten, brutalen Kampfszenen bestand über Lautsprecher den ganzen Bus unterhielt.

Hinzu kamen die Stimmen der vielen Menschen die am telefonieren waren und denen es scheinbar völlig egal war, dass ihnen jeder zuhört (So wie wohl Margarethe und mir im Flugzeug 😜😂). Das klingt jetzt so negativ aber ich fand es irgendwie cool da in Deutschland doch immer jeder ungern beim telefonieren belauscht werden will und das laute telefonieren Anderer schon gefühlt als Ruhestörung zählt. Es war also anders aber gut anders 😊


Nachdem die Straße nur noch schlechter wurde und man sich teilweise wie in einer Achterbahn fühlte, nur dass man nicht sieht welche Kurve als Nächstes kommt, habe ich endgültig beschlossen, dass das mit dem Schlafen nichts mehr wird. Ich war zwar total müde und kaputt, aber gleichzeitig hielten mich die vielen neuen Eindrücke wach.


Als jemand laut durch den Bus rief und dieser darauf hin hielt wurde uns bewusst, dass es hier üblich ist so zu deutlich zu machen, dass man aussteigen möchte. Wir machten dieses eine Mal also einen kurzen Stopp weil jemand gerufen hatte, dass er raus will und sobald der Bus stand kamen auf einmal ganz viele Menschen auf den Bus zu gerannt, beladen mit Essen und klopften an die Scheibe. Sie hofften etwas verkaufen zu können aber der Bus fuhr gleich wieder weiter.


Ich hatte ja vorhin schonmal erwähnt, dass der Bus erst losfuhr, als er voll war. Man muss sich aber vorstellen, dass voll auch wirklich voll heißt was zum Beispiel auch bedeutet, dass die Kinder bei den Müttern auf dem Schoß sitzen. Als nur noch eine halbe Stunde Fahrt vor uns lag turnte das Kind schräg vor mir wohl zu viel während der Fahrt rum und erbrach sich in den Schoß seiner Mutter. Dann wurde mir auch sehr übel und die Tatsache, dass man noch so eingeengt bei sowieso schon schlechter Luft saß machte es auch nicht besser. Gut, dass ich vor Körperkontakt keine Scheu habe.


Irgendwann war dann auch unsere Zeit gekommen und wir wussten, dass wir demnächst aussteigen müssen. Da Margarethe ungern übernehmen wollte sollte ich mich darum kümmern den Busfahrer zu verständigen wann wo wir rauswollen. Und nein, ich habe mich nicht getraut durch den ganzen Bus zu rufen 😅. Ich bin bis nach vorne gelaufen und habe versucht die Adresse von meinem Handy vorzulesen bis der Busfahrer einfach mein Handy griff und während der Fahrt und unter geschilderten Umständen seelenruhig guckte, wo er halten soll. Die paar Sekunden in denen er auf mein Handy schaute fühlten sich viel zu lange an und ich hatte schon Angst, dass wir gleich meinetwegen einen Unfall bauen 😰. Aber irgendwann richtete der Busfahrer seinen Blick wieder auf die Straße und nickte. Dann setzte ich mich wieder und wir hielten an der gewünschten Stelle und der Fahrer half uns noch unser Gepäck zu nehmen.


An der Haltestelle wartet auch schon ein Mitarbeiter der Sprachschule auf uns und führte und zu unseren Zimmern doch bevor wir diese beziehen sollten gab es erstmal noch Mittagessen. Aber zum Essen in einem späteren Beitrag mehr 😅. Wir beide waren auch in diesem Moment wieder so dankbar dafür, dass wir zu zweit waren. Wir redeten ein kleines bisschen auf Englisch mit der Leiterin und gingen dann zu den Zimmern.


Mehr über den Alltag in der Sprachschule gibt es im nächsten Beitrag zu lesen ☺️.


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