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Erstkommunion 🪽

  • Autorenbild: Nora Klammt
    Nora Klammt
  • 17. Feb. 2024
  • 4 Min. Lesezeit

Am Sonntag den 25.11.2023 hatten 5 Kinder vom Nikolaushaus Erstkommunion. Zufälligerweise war am Dienstag dieser Woche ein neues Kleid von mir fertig, was ich auf dem Markt abholen konnte. Dieses eignete sich perfekt für den bevorstehenden Anlass.


Margarethe und ich hatten die Aufgabe bekommen Fotos zu machen. Wir beide machen aber zugegeben weder gerne noch gute Fotos. (Das merkten man spätestens dann, als wir vor der Kirche standen und die Kamera nicht scharf gestellt bekamen 😅🥲.)


Clemence, aus dem Leitungsteam, fuhr uns morgens dann mit dem Auto zur Kirche in Kemondo, in welcher der Gottesdienst stattfinden sollte. Als wir aussteigen spürten wir schon wieder die vielen Blicke auf uns, aber ich muss sagen, mittlerweile habe ich mich irgendwie schon daran gewöhnt aufgrund meiner Hautfarbe aufzufallen.


Auf dem Gelände sahen wir schon den Chor, der an seiner Kleidung zu erkennen war. Die Kinder hatten ein weißes T-Shirt an. Untenrum trugen sie gelbe Hosen oder Röcke und gelbe Tücher schmückten ihre Hälse. Um ihren Kopf hatten sie zudem ein schmales, weißes Band gebunden. Sie sahen wirklich extrem niedlich aus, alle so gleich angezogen.

Die Erstkommunionskinder waren noch in einem Vorbereitungsraum und nur ab und zu sah man ein weiß gekleidetes Kind umherlaufen. Die weiße Kleidung war bei manchen auch nicht mehr ganz so weiß, da sie oft in den matschigen Boden reichte und auch die Schuhe waren mit Matsch beschmiert.



Zunächst mussten wir noch ein bisschen vor der Tür zur Kirche warten, da in dieser gerade noch ein anderer Gottesdienst stattfand. Als dieser zu Ende war, gab es einen fliegenden Wechsel und wir ergatterten einen ziemlich guten Platz. Die Kirche war um einiges größer als die auf dem Gelände des Nikolaushauses. Hier gab es auch richtige Sitzbänke inklusive Kniebänke.



Kurz nachdem wir uns hingesetzt hatten ging es auch schon los. Eine Frau begann zu trommeln und zu singen und der Chor zog ein. Das waren echt richtig viele Kinder, die ihren Platz in den ersten Bänken fanden. Ihnen folgten die weiß gekleideten Kommunionskinder, die Messdiener und der Pfarrer. Während sie noch einzogen, war der Chor schon am Singen. Was mich sehr faszinierte, war ein kleiner Junge aus dem Chor, der diesen dirigierte. Er war jünger als andere Chormitglieder und stand selbstbewusst mit einem Bleistift in der Hand vorne und gab den Ton an.


Den Gottesdienst hielt ein Pfarrer, den ich schon von den Gottesdiensten aus dem Nikolaushaus kannte. Dementsprechend war die Predigt auch wieder ziemlich lang und in meinen Augen zog es sich ganz schön bis es zum spannenden Teil kam. Immer wieder wurde die Gemeinde durch den Pfarrer aufgefordert etwas zu spenden und so liefen viele Menschen nach vorne um ihre Umschläge in die Kiste zu legen. Zwischendurch wurde auch immer wieder gesungen und 6 Kinder aus dem Chor standen direkt vor dem Altarraum und begleiteten den Gesang mit ein paar Tanzschritten. Das habe ich so auch noch nicht gesehen.


Dann war es auch Zeit für die Kommunion und die Erstkommunionskinder zogen zu Gesang noch einmal durch die Kirche und stellten sich dann in einer Reihe auf. Jeder bekam nach und nach die erste heilige Kommunion, was eine ganze Weile dauerte, da es ziemlich viele Kommunionskinder gab. Danach ging auch die Gemeinde zur Kommunion und ich bekam zum ersten Mal eine Mundkommunion ohne, dass ich das wirklich wollte 😅.

Anschließend wurde jedes Kommunionskind einzeln nach vorne gebeten um sich eine Art Urkunde abzuholen.

Nach zweieinhalb Stunden war der Gottesdienst dann vorbei und alle zogen feierlich wieder aus. Draußen versuchten wir ein schönes Foto von Aglipina, Jackson, Johnson, Tumaini, George und Zawadi zu machen.

Als das geschafft war verschwanden die Kinder wieder in dem Gemeinderaum. Dort bekam jedes Kind eine Tüte gefüllt mit süßen Bällchen und ein Getränk geschenkt. Danach ging es für alle wieder zurück zum Nikolaushaus. Dort stand dann das zweite Fotoshooting an.



Nach einer Pause fuhren wir mit Clemence aus dem Leitungsteam und einigen Kindern auf einen Berg. Von dort aus hatte man eine wunderschöne Aussicht auf den Viktoriasee. Zur Feier des Tages gab es anstelle von abgepackten Keksen heute einen selbstgemachten Kuchen. Die Kommunionskinder durften diesen anschneiden und fütterten sich jeweils zu zweit mit dem ersten Kuchenstück. Das war super niedlich.

Wir genossen den schönen Nachmittag, die Aussicht und das Wetter. Es war insgesamt ein richtig schöner Tag und alle waren gut gelaunt.



Abends habe ich nochmal über den Tag nachgedacht. So schön er doch gewesen war, ließ mich eine Sache trotzdem nicht los. Wenn ich an meine Erstkommunion zurück denke gibt es schon einige Unterschiede zu dem Anlass hier.

Ich hatte meine eigene Kerze und hatte das Gefühl den ganzen Tag im Mittelpunkt zu stehen. Wir hatten extra einen Raum gemietet, wo nach der Kirche gefeiert wurde, es gab ein riesiges Buffet und ich wurde mit Geschenken überhäuft. Generell habe ich das Gefühl, dass in Deutschland oft auch die Geschenke und das ganze Drumherum mehr im Mittelpunkt stehen. Hier haben wir zwar auch gemeinsam gefeiert (Urkunde, Ausflug, Kuchen), aber es war vor allem die gemeinsame Zeit, die im Mittelpunkt stand. Das liegt bestimmt auch daran, dass hier nunmal viel mehr Kinder leben, als in einer klassischen Familie und dementsprechend mehrere Kinder gleichzeitig bestimmte Feste feiern (und somit selten allein im Mittelpunkt stehen).


Es ist irgendwie interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Feierlichkeiten doch aussehen können, auch, wenn man das Gleiche feiert. Und irgendwie weiß ich im Nachhinein diesen Tag in meinem Leben noch mehr wertzuschätzen. Ich habe vorher nicht wirklich darüber nachgedacht, was es für ein Privileg ist meine Erstkommunion so feiern zu dürfen.



Hier nochmal die 6 Kommunionskinder:


Jackson Aglipina George


Tumaini Johnson Zawadi

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