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Osten im Nikolaushaus 🐰

  • Autorenbild: Nora Klammt
    Nora Klammt
  • 27. Apr. 2024
  • 4 Min. Lesezeit

Jetzt verstehe ich, wieso die Kinder im Nikolaushaus Weihnachten und Ostern gerne mal

verwechseln 😅 . An beiden Festen wird viel in die Kirche gegangen, an einem Tag mit allen zusammen in der Stadt gegessen und das Wetter ist jeweils sehr gut.

Ostern hat sich im wesentlichen für mich hier nicht von dem Weihnachtsfest unterschieden aber ich möchte trotzdem ein bisschen darüber berichten.

Wie auch zu Weihnachten sollten möglichst alle Kinder des Nikolaushauses über die Feiertage zusammenkommen. Über das Jahr gehen nämlich einige Kinder auf Internate, sodass von den rund 50 Kindern nur knapp die Hälfte die ganze Zeit im Nikolaushaus wohnen. Am 27.03.2024 holten wir einige Mädchen von einem nahegelegenen Internat ab. Einen Tag später fuhren wir knapp eine Stunde um Mutagwaba von seinem Gehörloseninternat abzuholen. Auf dem Rückweg bekam Clemence aus dem Leitungsteam einen Anruf, dass zwei Mädchen anstatt morgen doch schon heute aus ihrem Internat abgeholt werden sollten. Das durchkreuzte, soweit ich das mitbekam, zwar ein bisschen die Pläne, aber da man sich hier sowieso nie so ganz auf seine Planung verlassen sollte, machte er sich später nochmal los um die beiden Mädchen abzuholen. Das Internat liegt an der Grenze zu Ruanda, weswegen Clemence pro Strecke jeweils 3 Stunden brauchte und erst spät abends mit den beiden im Schlepptau wieder kam. Bis Samstag waren dann so gut wie alle Kinder eingetrudelt und ich freute mich alle wieder zu sehen.

Die Karwoche war von vielen Kirchenbesuchen geprägt, aber ansonsten deutete außer das volle Haus nichts so wirklich darauf hin, dass Ostern vor der Tür stand. Anders als an Weihnachten gab es diesmal auch keine Dekoration (außer den Osterhasen, die Margarethe und ich mit den Kindern gebastelt hatten).



Dass etwas anders war als sonst, merkte ich erst so richtig am Samstag Vormittag, als die Mamas in der Küche neben Matoke (Banenbrei) auch Kartoffeln schnitten um Pommes zuzubereiten. Pommes sind hier ein absolutes Highlight und gibt es wirklich nur ganz selten.

Am Samstag Abend gab es dann, eigentlich genau wie an Weihnachten, ein Abendessen mit allen Kindern zusammen. Sonst essen die jüngeren Kinder 18 Uhr und der Rest 19 Uhr und auch jeweils im Mädchen- oder Jungenhaus, aber jetzt wurden wieder alle Tische und Bänke, die sich irgendwo auftreiben ließen, ins Mädchenhaus gebracht und alle Kinder nahmen Platz. Dann wurde das Essen in Fließbandarbeit aufgetan. Vor jedem Topf stand eine Mitarbeiterin und so wurden die Schüsseln immer weiter gereicht. Von Reis und Pommes über Kohl und Bohnen bis hin zum Fleisch. Es gab also wirklich eine große Auswahl, aber alles wurde ganz genau portioniert, denn schließlich mussten davon 50 Kinder und etliche Mitarbeiter/innen satt werden. Das „gemeinsam Essen“ ist auch immer relativ, da bei 50 Leuten die ersten schon fertig sind, wenn manche noch garnicht angefangen haben, aber trotzdem war es sehr schön.

Nach dem Essen wurde dann ein großer Abwasch gemacht und die kleinen Kinder wurden ins Bett gebracht. Die Großen machten sich währenddessen fertig für die Kirche. 19:30 Uhr begann der Gottesdienst auf der Wiese vor der Kirche mit einem kleinen Osterfeuer. Danach zogen wir mit Gesang in die Kirche ein, die mit weißen und gelben Girlanden geschmückt war. Der Gottesdienst dauerte knapp 3 Stunden, was für meinen Geschmack ein bisschen zu lang ist. Vor allem, wenn man die nächsten beiden Tage wieder für jeweils 2 Stunden in der Kirche sitzt, aber so ist das halt. Ich fand es wie an Weihnachten wieder etwas traurig, dass ich nicht bei meiner Familie war

aber die Kinder hier sind ein bisschen zu meiner zweiten Familie geworden 🥰 .

Am Ostersamstag ging es für uns alle nach dem Gottesdienst gemeinsam in die Stadt. Wie an Weihnachten fuhren wir ca. zu 60st mit den beiden Toyota Landcruisern und einem gemieteten Daladala nach Bukoba. 50 Kinder und einige Mitarbeiter/innen. Die Rollstühle mancher Kinder wurden mit Seilen auf den Dächern der Autos befestigt und für die kleinen Kinder wurde eine Thermoskanne mit püriertem Essen mitgenommen. Auch ein Babystuhl für den kleinen Kevin durfte nicht fehlen, wobei ich ihn letztendlich eh die meiste Zeit auf dem Schoß hatte.



In der Stadt angekommen wartete auch wie im Dezember schon eine lange Tafel auf einer großen Wiese auf uns. Es gab ein Buffet, was neben 2 verschiedenen Sorten an Reis auch über Kartoffeln und Fleisch verfügte. Mein persönliches Highlight war die Tomatensoße, die sparsam portioniert wurde. Für jeden gab es Soda (Cola, Fanta, Sprite) und nach dem Essen bekamen die Kinder noch ein Wassereis. Es war richtig schön warm und ich spazierte mit ein paar Kindern noch vor zum Wasser wo wir unsere Füße in das kalte Wasser hielten.

Abfahrt zurück zum Nikolaushaus sollte 16 Uhr sein was bedeutet, dass wir 16:45 langsam alles zusammen räumten und uns abfahrtbereit machen. Die Rollstühle wurden wieder auf die Dächer gespannt und wir quetschten uns in die 3 Autos. Zurück im Nikolaushaus ging es für die Kleinen gleich zum waschen und nach einem kleinen Abendessen ging auch ich schlafen.



Am Ostermontag war wieder Kirche und nach dem Mittagessen fingen wir an die Mehrzweckhalle ein bisschen vorzubereiten. Am Nachmittag sollte nämlich Geburtstag von den Kindern gefeiert werden, die seit der letzten Geburtstagsparty im Dezember Geburtstag hatten. Es kamen wieder 10 Kinder zusammen und dementsprechend gab es auch 10 Kuchen. Die Geburtstagskinder nahmen an einer langen Tafel Platz und Mama Nazalius führte uns durch das Programm. Zunächst wurden alle anwesenden (also die restlichen Kinder und die Mitarbeiterinnen) begrüßt und dann wurde verkündet wie alt die jeweiligen Kinder geworden sind was mit lauten Applaus bejubelt wurde. Dann brachten einige Kinder die Kuchen rein und anschließend wurden nacheinander die Kerzen auf den Kuchen ausgepustet. Die Geburtstagskinder fütterten sich dann gegenseitig mit dem ersten Stück Kuchen und danach wurde der Kuchen an alle anderen verteilt. Dazu kam jeder noch ein süßes Getränk und es wurde laute Musik gespielt. Nachdem alle von dem Kuchen gegessen hatten bekam die Geburtstagskinder jeder eine Tüte mit Geschenken. Auch diese wurden nacheinander ausgepackt und hochgehalten woraufhin durch Mama Nazalius wieder dazu angehalten wurde ordentlich zu applaudieren. Damit war dass der „offizielle Teil“ beendet und laute Musik ertönte und so fing ich an mit ein paar Kindern zu tanzen. Als mich der kleine Jason fragte wieso er keine Geschenke bekommt versuchte ich ihm zu erklären, dass man nur einmal im Jahr Geburtstag hat. Aber dann fiel mir noch auf, dass es zu Ostern hier ja gar keine Geschenke gegeben hatte. Ich „schenkte“ Jason ein Zopfgummi von mir was er jetzt ganz stolz trägt.


Ostern war also insgesamt sehr schön, da wider alle zusammengekommen sind und wir eine schöne Zeit miteinander verbracht haben.



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