
Als Tourist durchs Land 🏝️
- Nora Klammt
- 3. Aug. 2024
- 5 Min. Lesezeit
Mittlerweile liegt die gemeinsame Reise mit Margarethe im Mai schon einige Zeit zurück und wir erinnern uns immer wieder gern an die Zeit, in der wir auf eigene Faust das Land bereist haben. Die Reise ist wirklich eine Erfahrung, die ich nicht mehr missen will, aber ich habe mich auch so sehr gefreut, als wir ins Nikolaushaus zurück gekommen sind. Das Nikolaushaus fühlt sich für mich mittlerweile wirklich wie ein zweites Zuhause an und ich genieße es so sehr hier zu sein.
Auch, wenn ein großer Teil meiner Blogbeiträge jetzt von der Reise im Mai handelt habe ich seit dem viel erlebt. Ich habe zwar hier meinen Alltag, aber trotzdem ist jeder Tag individuell und ganz besonders. Ich bin viel im Kindergarten und übe mit einigen Kindern die Buchstaben oder Zahlen. An anderen Tagen versuche ich die Farben beizubringen und es gibt auch Tage an denen wir einfach super viel Uno spielen oder Puzzeln. Gesungen wird auch sehr viel und Nachmittags bin ich mit den Kindergartenkindern oft im Sandkasten und wir kochen und backen ganz tolle Sachen. Wenn die Schulkinder am späten Nachmittag aus der Schule zurück kommen setze ich mich mit ihnen hin um die Hausaufgaben zu machen und danach ist noch etwas Zeit zum spielen, bis es gegen 17 Uhr Waschen und dann Abendessen heißt. Auch dort helfe ich oft und füttere auch die Kinder, die durch körperliche Einschränkungen nicht in der Lage sind selbst zu essen. An den Sonntagen laufen wir oft zum Viktoriasee vor und spielen am Wasser. Manchmal sitze ich mit den Kindern auch einfach nur draußen und wir hören Musik und tanzen. Meine Wochen sind also ziemlich entspannt aber langweilig wird mir keinesfalls. Durch die Kinder ist jeder Tag etwas ganz besonderes und uns fallen immer wieder neue Beschäftigungen ein.
Anfang Juli habe ich dann Besuch von meiner Familie bekommen, was richtig schön war. Nachdem wir ein paar Tage hier im Nikolaushaus verbracht haben ging es nach Arusha, wo wir zunächst für einige Tage eine Unterkunft auf einer Bananenfarm hatten. Dort bekamen wir eine Führung und am nächsten Tag spielte ich den Tourguide, da ich mich in Arusha Stadt ja mittlerweile schon auskenne. Dort gingen wir auf den großen Second Hand Markt und dann auf den großen Markt. Auf dem Weg nach Arusha stießen wir den einen Tag auf ein paar kleine Kinder am Straßenrand, die uns winkten und kurz darauf erblickten wir eine Frau. Sie hieß und herzlich willkommen und erklärte uns, dass sie die Lehrerin für ca 60 Kinder im Alter zwischen 2 und 6 Jahren ist. Das fanden wir sehr beeindruckend vor allem als wir feststellten, wie gut sie alle Kinder im Griff hatte. Sie zeigte uns das kleine Gelände und sang mit den Kindern für uns. Das war eine sehr schöne Begegnung und wir entschieden uns dafür am nächsten Tag als Dank 10 Kilo Reis vorbeizubringen, worüber sie sich sehr freute.
Nach ein paar Tagen in Arusha startete dann auch unsere Safari. Ja, dann stand mal das richtige Touri Programm auf dem Plan, aber das muss auch mal sein. Knapp eine Woche fuhren wir mit unserem Tourguide durch Tansanias Nationalparks, sahen wunderschöne Landschaften, traumhafte Sonnenauf - und Untergänge und vor allem super viele Tiere. Für mich war es auch das erste mal Safari und es war sehr beeindruckend. Ich hätte niemals damit gerechnet, dass wir so viele Tiere sehen würden und dann auch häufig ganz nah. 3 Nächte verbrachten wir auch auf Campingplätzen was zwar etwas kalt, aber unbeschreiblich schön war. Wir campten mitten in der Serengeti und mussten Morgens nur aus dem Schlafsack kriechen um zu beobachten wie die Sonne aufgeht und das Land erwacht. Als ich das erste mal einen Löwen sah hatte ich Tränen in den Augen, weil ich es einfach überwältigend fand. Er saß direkt vor unserem Auto und sah so wunderschön und mächtig aus.
Ich kann kaum aufzählen welche Tiere wir alle gesehen haben, aber ich versuche es mal. Ich kann mich an Antilopen, Wasserbüffel, Gnus, Zebras, Giraffen, Elefanten, Schakale, Lizards, Löwen, Hyänen, Nashörner, Nilpferde und Krokodile erinnern. Wir haben aber auch viele verschieden Arten von Affen und Vögeln gesehen und bestimmt noch andere Tiere, die mir gerade nicht einfallen. Die Highlights waren einmal der Gepard und das andere mal der Leopard den wir gesehen haben, da es relativ schwer ist diese Tiere zu Gesicht bekommen. Was auch sehr beeindruckend war war einen toten Wasserbüffel zu sehen über dessen Überreste sich gerade Hyänen und Gnus nach Rangordnung hermachten. Und ein anderes Mal sahen wir auch einen männlichen Strauß, der gerade für ein Weibchen einen Balztanz aufführte. Außerdem sahen wir die Great Migartion, was auch sehr beeindruckend war.
Die ganze Safari war alles in allem ein voller Erfolg und ich bin so dankbar für die Erfahrungen. Neben unserem Tourguide, der zufälliger Weise neben Swahili und Englisch auch Deutsch sprach hatten wir auch einen eigenen Koch dabei, der super leckeres Essen zubereitete.
Für mich ist es mittlerweile aber auch kein Problem mehr Swahili zu reden und so verständigte ich mich auch häufig auf Swahili mit den Beiden. Lustiger Weise verstand ich fast immer was unserem Tourguide durch das Funkgerät im Auto gesagt wurde und so wusste ich immer sofort mit Bescheid welche Tiere man jetzt wo sehen kann. Es war echt alles sehr schön gewesen und auch, das unsere beiden Begleiter im Laufe der Zeit fast schon wie Freunde für uns geworden sind genoss ich sehr. Ich mag es garnicht, wenn sich die Leute hier zurücknehmen um es den Touristen so bequem wie möglich zu machen auch wenn ich weiß, dass es ihr Job ist. Ich stehe nicht gern auf dieser übergeordneten Touri-Ebene und deswegen genoss ich, dass sie sich mit der Zeit zwar weiterhin professionell aber trotzdem auch zunehmend authentisch verhielten. Als unsere Safari endete stand für uns als Nächstes dann der Flug nach Sansibar an.
Sansibar ist ja eine größere Insel vor Tansania, die auch zu Tansania gehört. Als wir uns weiter von der Innenstadt entfernten und immer weiter Richtung Wasser fuhren fühlte ich mich wie im Paradies. Es war einfach nur traumhaft. Wir hatten ein super schickes Hotel, was in unserer Gesamtreise mit drin war und ich war einfach nur überwältigt. Von dem Hotel sowieso, aber auch von allem anderen, was uns auf dieser Insel noch so erwartete. Wir sahen Delphine und schwammen mit Schildkröten, besichtigten eine kleine Insel vor Sansibar auf der Riesenschildkröten leben und im Anschluss fuhren wir auf eine wunderschöne Sandbank. Überall waren die Strände weiß und das Meer war türkis. Der Himmel war meist wolkenlos und die Sonne schien. Neben den ganzen Aktivitäten an der Küste besichtigten wir auch Sansibars Hauptstadt Stonetown. An einem anderen Tag machten wir dann auch noch eine Gewürztour, die sehr interessant war. Sansibar ist nämlich bekannt für seine Vielfalt an Gewürzen. Den letzen Abend ließen wir dann am Night Food Market bei einem schönen Sonnenuntergang ausklingen.
Insgesamt war die ganze Reise einfach unbeschreiblich. Ich weiß nicht wie oft ich dieses Wort schon in den letzen Zeilen verwendet habe, aber ich finde keine Worte für diese wunderschöne Reise. Neben den unzähligen schönen Ereignissen war es aber das größte Highlight meine Familie wiederzusehen. Dann noch mit ihnen so schöne Erfahrungen teilen zu dürfen ist etwas ganz besonderes.
Jetzt bin ich seit 2 Wochen wieder im Nikolaushaus und wie groß die Wiedersehensfreude hier auch ist weiß ich, dass mir nicht mehr viel Zeit bleibt. Am 21. August geht unser Inlandsflug und am 22. August dann auch der große Flug über Istanbul für mich nach Berlin. Die Tage sind also gezählt und mir bleibt nicht mal mehr ein Monat hier. Deswegen versuche ich mich noch mehr über jeden einzelnen Tag hier zu freuen und mich mental trotzdem schon irgendwie auf den Abschied vorzubereiten, der mir sicherlich sehr schwer fallen wird.



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