top of page

Ankunft im Nikolaushaus 🥰

  • Autorenbild: Nora Klammt
    Nora Klammt
  • 18. Nov. 2023
  • 5 Min. Lesezeit

Nach einer guten halben Stunde Autofahrt kamen wir dann im Nikolaushaus an. Es war am frühen Nachmittag und ein paar neugierige Kinder huschten an uns vorbei. Wir gingen mit Njunwa zum Büro, wo auch schon 2 weitere Mitarbeiter aus dem Leitungsteam auf uns warteten. Die beiden konnten Englisch aber die Kommunikation war trotzdem etwas schwierig und ich musste gefühlt 10 mal nachfragen bis ich mir irgendwann erschließen konnte was gemeint ist 😅.

Wir wurden dann zunächst einmal auf dem Gelände rumgeführt, welches neben dem Jungen- und Mädchenhaus auch ein Gästehaus und eine Kapelle umfasst. Auf den ersten Blick wirkte für mich alles sehr groß und unübersichtlich aber das lag vermutlich daran, dass alles so neu war.


Während der Führung trafen wir einige Kinder und Mitarbeiterinnen, die hier Mamas genannt werden. Bei dem Versuch mir krampfhaft alle Namen der Menschen zu merken, denen wir begegneten, blieb gefühlt kein einziger hängen. Viel mehr war ich damit beschäftigt zu realisieren, dass dieser Ort hier für das nächste Jahr mein Zuhause sein würde. Auf der gesamten bisherigen Reise hatte ich nie (wie vorher vermutet) das Gefühl von Urlaub gehabt sondern lebte mich total schnell ein. Auch jetzt hatte ich das Gefühl einfach angekommen zu sein. Eben da, wo ich schon immer hin wollte ☺️.

Als Nächstes wurden uns die Schlüssel für unsere Zimmer überreicht. Wir standen nun vor einer Tür, welche ein Schild zierte auf dem in bunt „Karibu Nora“ (= Willkommen Nora) geschrieben stand. Wir traten ein und standen in einem schnuckligen Zimmer. In diesem gab es ein Bett, ein Regal und einen Schreibtisch und in einer Nische befanden sich Bretter und eine Stange, an welcher ein Vorhang befestigt war und somit ein Schrank entstand. Außerdem gab es ein Waschbecken über welchem ein Spiegel befestigt war. Dann fiel uns noch eine weitere Tür (zusätzlich zu der, durch die wir eingetreten waren) auf. Sie führte ins “Bad“. Es war kein besonders großer Raum, denn machte man einen großen Schritt geradeaus stand man direkt vor einer anderen Tür hinter welcher sich Margarethes Zimmer befand. Das Bad, was unsere beiden Zimmer also miteinander verband, hatte in der einen Ecke eine Dusche und in der anderen eine Toilette. Es war also wirklich nicht besonders groß aber reichte völlig aus. Margarethes Zimmer, welches dahinter lag war spiegelverkehrt zu meinem aufgebaut und beinhaltete die gleichen Möbel.

Uns wurde gesagt, dass wir die vorhandenen Möbel auch umstellen können, sodass wir uns wohl fühlen. Erst dachten wir, dass wir die Zimmer auch einfach so lassen können aber dann wollten wir trotzdem mal ein bisschen rum probieren. Es gab natürlich nicht wirklich viele Möglichkeiten etwas umzustellen, da sowohl Schrank als auch Waschbecken einen festen Platz hatten und nicht mehr bewegt werden konnten. Durch die Tatsache, dass das Bett fast genau so breit, wie das gesamte Zimmer war standen für dieses Möbelstück auch nur 2 Varianten zur Auswahl. Wir probierten solange rum, bis wir zufrieden waren und dann ging es ans Ausräumen. Als ich den gesamten Inhalt aus meinen beiden Gepäckstücken im Zimmer verteilt hatte viel mir auf, dass es trotzdem total leer wirkte. Vor allem die Wände waren so kahl und ich bereute es nicht mehr Fotos oder Ähnliches mitgenommen zu haben um die Wände zu verzieren. Die paar Foto, die ich dabei hatte und alles, was sich auch nur irgendwie anbot um es an der Wand zu befestigten, brachte ich an diese an. Um mich für das bevorstehende Jahr so richtig wohl zu fühlen brauchte ich einfach mehr Persönlichkeit in diesem Zimmer.

Nachdem die Zimmer weitestgehend erstmal eingerichtet waren ruhten wir uns noch etwas aus bis wir zum Abendessen gingen. Es gab (wie zu erwarten war) Reis mit Bohnen. Die ganze Zeit fühlten wir uns sehr beobachtet und man merkte, dass viele darüber verwundert waren, dass wir nicht mal ansatzweise fließend Swahili sprechen konnten. Die typische Begrüßungsfloskel klappte meistens ohne Probleme aber sobald diese vorbei war und wir was Neues gefragt wurden hatten wir keine Ahnung, was die Frage ist und geschweige denn was wir antworten können.

Einmal verstand ich, dass wir gefragt wurden, was wir haben wollen (darauf war ich schon sehr stolz) und ich wiederholte die ganze Zeit den Satz, dass ich gerne Wasser hätte. Das dachte ich zumindest 😅. Denn irgendwann kam jemand auf die Idee, dass ich nicht „miji“ sondern „maji“ meinen könnte. Ich hatte also bestimmt 5 mal gesagt, dass ich gerne eine Stadt hätte. Wie unangenehm 🫣!

Nach dem Essen gingen wir auch schon wieder aufs Zimmer da wir sehr müde von den Anreise waren und so gingen wir auch bei Zeiten ins Bett. Die erste Nacht war ganz gut und ich schlief bis zum nächsten Morgen durch. Wir wussten nicht so wirklich, was uns jetzt erwarten würde sondern nur, dass wir irgendwann heute in den Gottesdienst gehen. Es war abgesprochen, dass wir den Sonntag noch frei haben und ab Montag anfangen zu arbeiten. Den Dienstplan sollten wir auch erst im laufe des Tages bekommen.

So schliefen wir uns erstmal aus und gingen dann in den Gemeinschaftsraum im Mädchenhaus, in welchem wir auch untergebracht sind. Sobald ich saß kam auch schon ein kleines Mädchen Namens Alicia auf mich zugelaufen und setzte sich in meinen Schoß. Auch viele andere Kinder kamen ganz interessiert auf uns zu. Viele von ihnen berührten meine Hände und waren ganz fasziniert von meinem Schmuck. Ich hatte extra nicht sonderlich auffälligen oder wertvollen Schmuck eingepackt denn einerseits wollte ich nicht unnötig auffallen oder den Anschein erwecken, dass ich angeben will und andererseits wollte ich ihn auch nicht verlieren. Trotzdem waren die Kinder ganz interessiert und vor allem fasziniert von den ganzen Ohrlöchern 😅. Sie fassten alles ganz neugierig an und dann kamen auch schon andere Kinder auf uns zu. Sie hatten eine Art Zeitschrift dabei in der viele bunte Bilder waren. In dieser blätterten sie und zeigten auf die Bilder. Meine Swahili-Kenntnisse reichten zu diesem Zeitpunkt gerade so dafür aus nachzufragen, was das sei. So zeigten sie auf ein Bild und sagten mir auf Swahili was das ist. Ich wiederholte und entweder lachten die Kinder und berichtigten mich oder sie freuten sich mit mir, dass ich ein neues Wort gelernt habe.

Wir waren noch dabei neue Wörter zu lernen da standen alle plötzlich auf und das Mädchen, was bis dahin auf meinem Schoß saß, nahm mich an der Hand und zog mich hinter sich her. Nun ging es nämlich zu Kirche. Das mag vielleicht auch den ein oder anderen interessieren, aber dazu gibt es in einem anderen Bericht dann etwas zu lesen. Nach der Kirche gab es dann Mittagessen und danach verbrachten wir den Nachmittag noch draußen mit den Kindern. Vor allem die Kleinen schien es nicht zu stören, dass wir sie nicht verstehen konnten. Um im Sandkasten Kuchen zu backen oder zu Schaukeln muss man ja nicht zwingend verbal kommunizieren.

Später bekamen wir dann noch unsere Arbeitsplanung. Dieser konnten wir entnehmen, dass wir am nächsten Tag gemeinsam die Schicht im Kindergarten haben würden. Aber mehr zu meiner Arbeit hier und generell dem Tagesablauf gibts im nächsten Beitrag zu lesen 😉.





Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
Beitrag: Blog2_Post
  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn

©2023 norAfrica. Erstellt mit Wix.com

bottom of page