Busowoko Falls und die Fahrt nach Kampala 🌊
- Nora Klammt
- 6. Apr. 2024
- 6 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 13. Apr. 2024
Am nächsten Morgen (06.02.2024) hatten wir endlich wieder Wasser. Nachdem wir alle einmal durchs Bad waren, hieß es schon wieder Sachen packen. Da die Jungs damit schneller fertig waren, machten sie sich daran schonmal das Frühstück vorzubereiten. Es gab Rührei mit Toast, was die beiden sehr gut gemacht haben. Als wir gerade aufgegessen hatten, kam auch schon der Taxifahrer, den uns unser AirBnB-Host organisiert hatte.
Wir schnappten all unsere Sachen und beluden das Auto. Für uns sollte es jetzt zu den Busowoko Falls gehen. Die Busowoko Wasserfälle gehören zu den spektakulärsten Wasserällen in Uganda, weswegen wir diese unbedingt sehen wollten. Die Fahrt dauerte eine Stunde und ich beobachte gespannt die Umgebung während ich dem Gespräch der Jungs mit dem Taxifahrer lauschte. Er erzählte über Uganda und über sein Leben, was ich sehr interessant fand.
Als wir ankamen mussten wir noch Eintritt bezahlen und durften dann auf das Gelände. Unser Taxifahrer, den wir für den ganzen Tag bezahlt hatten, wartete im Auto auf uns, während wir das Gelände erkundeten. Es war gleich viel kühler und man konnte das Wasser schon rauschen hören. Ein Mann, der dort arbeitete, gab uns eine kleine Tour, auf welcher wir die besten Fotospots abklapperten und er viele Gruppenfotos von uns machte. Leider wurde das Wetter immer schlechter und als wir gerade fertig waren, fing es an zu regnen. Das hielt Julius allerdings nicht davon ab an einer geeigneten Stelle einmal ins Wasser zu gehen. Wir 3 Anderen warteten im Trockenen und machten Fotos.
Nachdem sich Julius dann wieder etwas aufgewärmt hatte, fuhr uns unser Taxifahrer zu einem Platz, wo eine Daladalas standen. In Uganda werden diese öffentlichen Kleinbusse allerdings Matatu genannt.
Für uns sollte es jetzt wieder zurück nach Kampala, also Ugandas Hauptstadt gehen, wo wir vor 2 Tagen angekommen waren. Mit dem erstbesten Matatu, was wir sichteten, konnten wir allerdings nicht mitfahren, da wir nicht nur 4 Personen waren, sondern auch noch sehr viel Gepäck dabei hatten. Das hätten wir nicht mehr alles in einem Matatu unterbringen können. Ein neues Matatu ließ nicht lange auf sich warten und dort fanden sogar Margarethes großer Wanderrucksack, den wir uns teilten, und der Rucksack von Julius Platz. Der Kofferraum ging allerdings nicht ganz zu, weswegen er mit einem Seil zugeknotet wurde. Ich hatte die ganze Fahrt über Angst, dass unser Gepäck rausfallende würde, aber zumindest mussten wir es nicht auf unseren Schößen platzieren.
Nach Kampala waren es wieder etwa 70 km für diese wir diesmal aber zum Glück nicht 5 Stunden (wie auf der Hinfahrt) sondern nur 3 Stunden brauchten. Die Jungs kauften unterwegs aus dem Fenster heraus wieder Zuckerrohr und fingen an sich mit 2 jungen Frauen vor uns zu unterhalten. Hier und auch in Tansania ist es üblich, aus dem Bus heraus Sachen, meist Lebensmittel, zu kaufen. Ich finde das sehr praktisch. Vor allem wenn man im Stau steht kommen oft Leute an die Fenster und bieten Obst oder Gebäck an. Ich glaube das ist auch ein Grund dafür, dass die Menschen hier nicht wie in Deutschland große Lunchboxen für unterwegs mitnehmen, da sie davon ausgehen, dass irgendwann schon irgendwer am Straßenrand auftauchen wird.
Ich schlief auf der Fahrt relativ schnell ein und wurde auf einmal davon wach, dass Margarethe mich wachrüttelte und die Jungs verkündeten, dass wir JETZT aussteigen müssten. Das Matatu hatte schon angehalten und ich stieg gefühlt noch im Halbschlaf über die Sitze nach vorne zur Tür. Wir setzten unsere Rucksäcke auf und ich wurde blitzschnell wach. Wir waren mitten in Kampala und es war extrem voll und laut. Um uns hatte sich in den paar Sekunden, nachdem wir ausgestiegen waren, eine ganze Kolonie an Boda-Fahrern (Mopeds) angesammelt. Dann bemerkte ich, dass Julius und Robin mit der einen Frau aus dem Bus quatschten, die anscheinend auch mit ausgestiegen war. Sie redete dann mit einigen Boda-Fahrern und signalisierte uns danach, dass wir jeder auf eins aufsteigen sollen. Anscheinend macht das am Preis nichts, ob man zu zweit oder alleine fährt. Und da wir jeder einen Rucksack aufhatten, nahm jeder eins. Ich war noch nie alleine Boda gefahren und suchte mir dann erstmal den (in meinen Augen) hübschesten Fahrer aus und nahm hinter ihm Platz. Als auch die anderen saßen ging es los. Wir waren also 5 Bodas die losfuhren. Wir vier und die nette junge Frau aus dem Bus.
Am Anfang konnte ich die anderen noch sehen, aber da es hier nicht wirklich einen geregelten Verkehr gibt, oder zumindest die Bodas sich überall noch durchquetschen, sah ich bald niemanden mehr. Naja sagen wir mal so: Wenn, dann verstehe ich die Verkehrsregeln nicht 😅. Dann erst fiel mir auf, dass ich nichtmal ein internetfähiges Handy dabeihatte, da wir nur für Margarethe eine SIM-Karte gekauft hatten und sie mir sonst Hotspot gab. Ich konnte also nur darauf hoffen, dass ich am gleichen Ort wie die anderen ankommen würde. Zwischendurch sah ich dann auch Julius mit seinem Fahrer mir entgegenkommen. Ihm folgten die anderen und ich sah richtig wie sich mein Fahrer wunderte, dass die alle auf der entgegenkommenden Fahrbahn fahren. Es dauerte dann auch noch eine Weile bis sich eine kurze Gelegenheit zum Wenden ergab und schließlich kam ich da an, wo die anderen schon auf mich warteten.
Die nette Frau, die sich uns dann als Rebecca vorstellte, nahm dann mich und Margarethe an die Hand, weil wir jetzt eine große Straße (wie so oft ohne Ampel) überqueren mussten. Sie erklärte uns, dass sie hier wohnt und uns helfen würde eine Unterkunft für die nächsten 2 Nächte zu finden. Das war echt total lieb von ihr und nach einiger Zeit waren wir an einer Unterkunft, die relativ zentral liegt, angekommen. Um zu dieser zu gelangen musste man zwar eine sehr steile Straße entlanggehen, aber dafür war die Aussicht dann auch um so schöner. Auf dem Weg hoch lief ich an zwei kleinen Mädchen vorbei die zu mir auf Englisch sagten, dass ich hübsch aussehe. Das fand ich richtig süß, zumal ich schon den ganzen Tag unterwegs und dementsprechend total fertig war.
Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, gingen wir mit Rebecca ein bisschen durch die Straßen. Ich war richtig beeindruckt, denn jetzt hatte ich nochmal mehr Zeit Kampala mehr oder weniger in Ruhe zu sehen. Mir fiel sofort auf, dass es viele große Gebäude mit mehreren Etagen gab, was ich so aus Bukoba nicht wirklich kenne. Ich war gleich total verliebt in die Stadt und super dankbar für die Möglichkeit zum ersten Mal in meinem Leben eine richtige afrikanische Großstadt zu sehen. Bukoba hatte für mich auf immer schon relativ groß gewirkt, aber das hier war eine ganz andere Liga und ich genoss den Moment sehr. Es war voll und laut und man musste aufpassen, wo man hintritt um nicht in den wirren Verkehr zu geraten, aber ich war richtig glücklich. Es fühlte sich so gut an mal wieder etwas neues und so aufregendes zu erleben.
Rebecca führte uns dann zu einer riesigen Mall namens Acacia Mall. Ich war richtig geflasht schon von dem Anblick von Außen. Die Mall war riesig und sah aus, als hätte sie jemand da einfach so reingestellt. Alles glänzte und funkelte und für mich sah sie viel moderner als zum Beispiel das Alleé-Center in Magdeburg aus. Sie hätte wirklich genau so irgendwo in Deutschland stehen können und ich musste mich echt immer wieder daran erinnern, dass wir hier gerade in Uganda und auf dem afrikanischen Kontinent waren. Das verrückteste war dann als wir in einen Supermarkt in der Mall gingen. Hilfe war der riesig. Ich war richtig erstaunt. Die Gänge waren so breit und es gab jedes Produkt und das in allen möglichen Ausführungen. Ich fing an Fotos in dem Supermarkt zu machen, weil mir das so fremd und besonders vorkam. Klar kenne ich genau diese Art Supermärkte aus meinem Leben in Deutschland, aber nachdem ich ein halbes Jahr nur Mini-Läden gesehen habe wo man sich durch die Gänge quetschen muss und die Auswahl sehr begrenzt ist, war das etwas ganz verrücktes. Wie soll das bloß werden, wenn ich wieder zurück nach Deutschland komme?
(Einfach ein Käseregal auf dem Bild in der Mitte 😅😍)
Nachdem wir im Supermarkt fertig waren, führte uns Rebecca in die oberste Etage, wo sich ein Restaurant neben dem anderen befand. Wir hatten die Auswahl zwischen indisch, chinesisch, italienisch und und und. Ich fühlte mich wie im Himmel. Ich konnte mich fast garnicht zwischen den vielen Optionen entscheiden, weil ich mich in meinem Alltag im Nikolaushaus nie groß entschieden kann. Es gibt halt Reis mit Bohnen und jetzt wusste ich nur eins und zwar, dass ich weder ein Reisgericht noch Bohnen will. Ich entschied mich für ein indisches Gericht mit Fladenbrot und als sich auch die anderen entschieden hatten, nahmen wir draußen auf der Dachterasse Platz.































































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