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Das Wochenende in der Sprachschule ⛰️

  • Autorenbild: Nora Klammt
    Nora Klammt
  • 21. Okt. 2023
  • 5 Min. Lesezeit

Wir hatten uns schon am Donnerstag (14.09.2023) in eine Liste eingetragen, die angab, dass wir am Samstag (16.09.2023) zu dem Ausflug mitkommen möchten, den die Sprachschule anbot. Das Ziel war der Uluguru Mountain. Es sollte also eine Wanderung geben. Davon war ich jetzt nicht der größte Fan, aber als sich sowohl Margarethe als auch alle anderen Sprachschüler eingetragen hatten beschloss ich auch mitzukommen. Außerdem wollte ich unbedingt, wenn wir schonmal die Möglichkeit haben, noch mehr von der Gegend hier sehen.


So starteten wir also am Samstag (16.09.2023) morgen um 8 Uhr mit einer Gruppe von 12 Personen. Wir fuhren mit 3 Bajajis ein paar Minuten zu der Stelle, an der der Weg beginnen sollte. Ich wusste nicht, was mich erwarten würde, also weder wie lange wir laufen würden, noch wie steil es sein wird.


Wir gingen also alle hochmotiviert die ersten Schritte und einer der Lehrer, der mit dabei war holte eine Bluetooth Box raus und machte Musik an. Das machte echt Stimmung, denn er hatte eine ziemlich gute Playlist und viele fingen an mitzusingen.


Der Weg war sehr uneben und steinig. Am Wegesrand waren vereinzelt Häuser zu sehen an denen oft kleinere Kinder rumtobten und ganz interessiert guckten und teilweise auch winkten. Ich erwiderte das Winken immer mit einem Lächeln und konnte es in diesem Moment mal wieder garnicht abwarten bis ich in meiner Einsatzstelle bin, wo ich täglich mit Kindern zu tun haben werde.



Nach einer gefühlten Ewigkeit machten wir zum ersten Mal Pause. An dieser Stelle mündete der Weg in einen großen Platz mit mehreren Gebäuden. Einer der Lehrer erklärte uns, dass es sich hierbei um ein Schulgelände handelt. Dieses wurde genau an der Stelle erbaut, damit die Kinder, die weiter oben auf dem Berg wohnen, zur Schule nicht immer bis ganz runter laufen müssen. Das fand ich sehr interessant und es erklärte auch wieso uns immer wieder Einheimische entgegenkamen.

Ganz oben und auch auf dem ganzen Weg bis dahin wohnen also tatsächlich Menschen. Bevor ich auch nur überlegen konnte, wie sie zum Beispiel Lebensmittel nach oben transportieren sauste auch schon ein Moped an mir vorbei. Auf diesem fanden 3 Jungs und ein riesiger Kartoffelsack Platz. Mein Herz blieb kurz stehen, denn ich hatte das Moped zwar von hinten kommen gehört, aber nicht damit gerechnet, dass es in einer solchen Geschwindigkeit und vor allem so nah an mir vorbeifahren würde. Der Weg auf dem wir liefen machte auch ganz und garnicht den Anschein, als könnte man da sorgenfrei mit einem Moped lang fahren.


Neben den zahlreichen Mopeds, die uns kreuzten sah man aber auch tatsächlich einige Einheimische, die teilweise in FlipFlops und von oben bis unten komplett verschleiert, riesige Körbe mit zum Beispiel Bananen auf ihrem Kopf trugen. Und ich beschwerte mich über meine lange Hose und musste sogar nicht mal einen Rucksack tragen, da Margarethe meine Wasserflasche und das Lunchpaket eingepackt hatte.


Nachdem wir ca. eine Stunde in einem ordentlichen Tempo unterwegs waren fragte ich einen der Lehrer vorsichtig, wie lange wir noch wandern würden. Die Antwort war 2 Stunden was mich zufriedenstellte. Wir unterhielten uns noch kurz und er fragte, ob ich in Deutschland auch schonmal gewandert bin. Als ich bejahte und hinzufügte, dass es bei mir aber nicht so steil war, wie diese Route, musste er lachen. Er erklärte mir, dass diese Route alles andere als steil sei. Für ihn vielleicht 😅.

Den restlichen Weg, den wir zurücklegen mussten war teilweise so steil, dass ich meine Hände nach vorne hielt, um mich hier und da abzustützen. Außerdem war der Steinboden sehr rutschig, da auf ihm roter Sand lag. Ich rutsche schon mit meinen Sneakern teilweise an steilen Stellen etwas zurück, während sich die meisten der Sprachlehrer mit ihren FlipFlops entspannt durchschlugen.



Die Route war zwar nicht easy, aber ich lief immer ganz vorne mit. Ich wollte immer weiter laufen um noch mehr Eindrücke aufzusaugen und ich wollte das Ziel unserer Route, einen Wasserfall, erreichen. Als nur noch ein paar Meter vor uns lagen genossen wir noch einmal die herrliche Aussicht und machten ein Gruppenfoto. Für dieses platzierten wir uns alle auf einer Art Bank und sobald wir da saßen und einmal tief durchatmeten kamen auch schon 3 Kinder auf uns zu gelaufen. Sie hatten jeder eine Schüssel in der Hand in der sich Erdbeeren und Brombeeren befanden. Sie boten sie uns an und es brach mir das Herz Nein sagen zu müssen.

Als wir uns dann auf die Letzen paar Meter begaben ließen sie locker, doch schon um die nächste Ecke warteten die Nächsten. Dort war außerdem ein kleines Dorf zu erkennen und sobald uns die Menschen erblickt hatten wurden uns von allen Seiten diverse Ware angeboten. Ein Mann legte viele gemalte Bilder vor uns und wollte auch nach dem 5ten nein nicht locker lassen.


Unsere Lehrer liefen aber weiter voran und nun ging es ein bisschen nach unten durch das Gebüsch. Man hörte schon das Wasser rauschen und dann erblickten wir auch schon den Wasserfall. Er war wunderschön und umgeben von Grün. Dann hieß es erstmal Fotos machen und danach setzten wir uns ein paar Meter weiter hin, um unser Mittagessen zu verdrücken. Es war wirklich ein befreiendes Gefühl es endlich geschafft zu haben und nach der Mittagspause traten wir dann wieder, voller Energie, den Rückweg an.



Dieser verging, wie so oft, sehr schnell. Man musste aber dauernd aufpassen, dass man nicht ausrutscht, da es wie gesagt sehr steil war… Hier und da sah man wieder kleine Häuser und ein paar Menschen. Einmal kamen wir auch an einem Mann und einer Frau vorbei, die gerade am Wegesrand mit ihrem Moped standen. Als wir vorbeiliefen fragte die Frau sofort, ob sie ein Foto mit uns Weißen machen könne. Es war irgendwie komisch, aber zeitgleich auch total witzig, weil wir uns ja nicht kannten, aber sie super happy über das Foto war.


Unten angekommen brachten uns die Bajajis wieder zurück zur Sprachschule und jetzt hieß es erstmal ausruhen. Für den Abend hatten wir geplant mit 3 der andern Sprachschüler in eine Art Shishabar/ Club zu gehen. Da wir aber nicht alleine gehen sollten war geplant, dass uns 2 der Lehrer begleiten sollten.


So brachen wir also am Abend des 16.09.2023 mit den Bajajis auf. Es war das erste mal, dass wir im Dunkeln Bajaji gefahren sind oder überhaupt draußen waren. Das war sehr aufregend!

Die Planen waren unten damit nicht so viel kalte Luft reinkommt. Das bedeutete aber auch, dass wir fast nichts sahen und nur hörten. Bei nahezu jedem Überholmanöver hörte man nur tausend Hupen und wurde nach rechts und links geschleudert. Wurde die Plane durch den Wind etwas nach oben geweht musste man feststellen, dass hier kaum der in Deutschland übliche Mindestabstand eingehalten wird. Einmal fuhren wir zwischen 2 Fahrzeugen hindurch, welche sich beide in unsere Fahrtrichtung fortbewegten. Das eine Auto war somit schon auf der entgegengesetzten Fahrbahn, aber konnte auch erst wieder rüberlenken, als wir vorbei waren. Während diesem Überholvorgang fuhren wir so nah an dem Moped neben uns vorbei, dass ich es berühren könnte, wenn ich den Arm ausgestreckt hätte. Das war alles im Nachhinein betrachtet echt gefährlich und angsteinflößend, aber in dem Moment vertraute ich mal wieder da drauf, dass alles gut werden würde.

In der Bar angekommen suchten wir uns erstmal eine Sitzlounge und bestellten eine Runde Getränke. Wir unterhielten uns viel und vibten im sitzen zu der Musik. Hier gab es nämlich keine erkennbare Tanzfläche - leider🥲! Es war nochmal ein ganz anderer Eindruck von der Stadt und alle waren so gut gelaunt. Über Fernseher lief ein Fußballspiel bei dem allerdings keinen Sinn machte zuzugucken, da es alle zwei Sekunden stockte. Wir genossen den Abend und als wir uns wieder auf den Heimweg begeben wollten teilte uns einer der Lehrer mit, dass unsere Bajajis einen Unfall hatten und wir nun erst neue ordern müssten 😨. Als diese dann heile bei uns ankamen fuhren wir zurück zur Sprachschule.

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