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Über Silvester in Kigoma 🎊

  • Autorenbild: Nora Klammt
    Nora Klammt
  • 10. Feb. 2024
  • 5 Min. Lesezeit

Seit dem 22.12.2023 ist die Leiterin des Nikolaushauses aus Deutschland hier. Über Silvester hat sie geplant mit ein paar der Kinder in die Stadt Kigoma zu einem Gästehaus zu fahren. Die Chance mitzufahren ergriffen Margarethe und ich sofort und so freuten wir uns schon Tage im Voraus über die Möglichkeit mal etwas Neues zu sehen.


Am 29.12.2023 verließen wir um 5:30 Uhr mit einem Toyota Landcruiser das Gelände. Wir waren zu vierzehnt und somit war es auch ziemlich eng in dem Auto. Vor uns lagen 10 Stunden Autofahrt, die ich vor allem damit verbrachte, Podcast zu hören oder zu schlafen. Kigoma liegt 540km vom Nikolaushaus entfernt. Zwischendurch passierten wir auch ein Stück Straße auf dem es sich einige Paviane gemütlich gemacht hatten. Für alle anderen Insassen war das wahrscheinlich nichts besonderes mehr, aber ich war total fasziniert. Sie hockten entspannt auf der Fahrbahn oder liefen umher. Das fand ich schon echt cool.

Die Straße bis nach Kigoma war nicht die ganze Zeit geteert, da sie stellenweise noch gebaut wird und so fuhren wir auch einige Zeit über roten Sand und Steinchen. Das war auch abenteuerlich, aber unser Auto brachte uns sicher durch. Wir konnten aber von Glück sprechen, dass es nicht regnete oder gerade erst geregnet hatte, da sonst der Sandboden sehr aufgeweicht gewesen und die Fahrt somit um einiges komplizierter gewesen wäre.



Nach so ziemlich genau 10 Stunden Fahrt kamen wir schließlich in Kigoma an und ich konnte durch das Fenster schon unfassbar viele Stoffläden sehen. Die Stoffe unterschieden sich zu denen, die ich sonst in Bukoba sehe, da sie hier größtenteils aus dem Kongo kommen. Wir hielten dann bei einer Location wo wir erstmal etwas aßen. Für mich gab es wie so oft Chips-Mayai. Das kann man sich wie ein Omelett vorstellen, in das Pommes eingebacken sind. Schmeckt auf jeden Fall super gut.

Nach dem Essen fuhren wir noch ca. eine halbe Stunde zu unserer Unterkunft. Da die Straße, die dahin führte zu einem großen Teil gesperrt war mussten wir einen Umweg nehmen. Dieser war sehr holprig und abenteuerlich aber schließlich kamen wir am Gästehaus an. Dort begrüßte uns auch schon das Hauszebra Zebrastian 🦓. Das war das erste Zebra was ich jemals live gesehen habe und ich war schon wieder richtig fasziniert. Ich hatte aber auch ein bisschen Respekt, weil ich nicht wusste wie das Zebra so drauf ist 😅. Neben dem Zebra lebten auch Affen und ein paar Kätzchen mit uns auf dem Gelände. Dann ging es erstmal ans Sachen auspacken. Margarethe und ich bezogen ein 2er Zimmer und richteten uns ein.



Wir waren in einem Selbstversorger-Haus untergebracht und so ging es am nächsten Morgen erstmal auf den Markt um Lebensmittel zu besorgen.



Die Tage in Kigoma verbrachten wir viel mit Kochen und Gesellschaftsspiele spielen. Außerdem musste man nur ein paar Meter laufen und kam an einer Badestelle an. Unsere Unterkunft lag nämlich am Tanganika See. Wir verbrachten viel Zeit am Wasser und Margarethe und ich kundschafteten alle Badestellen in der Nähe aus. Einmal stöberten wir auch durch die ganzen Stoffläden und natürlich durfte auch der ein oder andere Stoff mitkommen.



Am 31.12.2023 gingen wir abends in einem Lokal Chips-Mayai essen und sahen schon, dass auf der Bühne etwas aufgebaut wurde. Margarethe und ich waren sehr interessiert daran was hier später los sein würde und als sich die anderen wieder auf den Rückweg machten, beschlossen wir noch hier zu bleiben. Da es noch früh am Abend war und die Musik erst gegen 22 Uhr losgehen sollte, gingen wir noch ein wenig durch die Stadt zu spazieren. Wir liefen runter zum Hafen und genossen den Sonnenuntergang. Gegen 22 Uhr machten wir uns dann wieder auf den Weg zu der Location und als wir eine halbe Stunde später dort ankamen, war das Lokal im Vergleich zu vorher schon gut gefüllt und es schien bald etwas loszugehen. Wir suchten uns einen guten Sitzplatz und ich orderte uns ein paar Getränke. Dann ging auch schon die Livemusik los. Die Stimmung war total ausgelassen und ich genoss die kühle Nachtluft auf meiner Haut und den Bass in meinem Körper vibrieren. Mittlerweile standen Margarethe und ich auch schon vor unseren Stühlen und tanzten etwas zur Musik.


Einen Silvestercountdown gab es hier nicht sondern 0 Uhr schrie jemand laut ins Mikro „Happy new year“ und alle kreischten. Viele Frauen stürmten auf die Bühne und so taten Margarethe und ich es ihnen gleich. Auf einmal fanden wir uns inmitten vieler Menschen wild tanzend auf der Bühne wieder. Ich hatte super viel Spaß und alle um mich herum waren so gut gelaunt. Ich muss jetzt wahrscheinlich auf unzähligen Fotos und Selfies zu sehen sein 😅 uuuuund auf so einigen Videos. Denn irgendwann leerte sich die Bühne und eine professionelle Tänzerin legte eine Performance hin. Wir schauten von der Seite aus zu. Als sie fertig war winkte uns dann ein Mann auf die Bühne und gab uns zu verstehen, dass wir jetzt tanzen sollen. Wir waren kurz irritiert aber dann fing auch schon die Musik an und ich konnte nicht anders, als mich zu bewegen. Wir tanzten also zu zweit auf dieser Bühne mitten in Afrika, in Tansania, in Kigoma vor so vielen fremden Menschen. Sobald andere Leute auf die Bühne kamen, beförderte der Mann, der uns auf die Bühne gebeten hatten, die anderen wieder nach unten. Es sollten also anschließend wirklich nur Margarethe und ich tanzen. Ich glaube wir als tanzende Weiße sind zu einem eigenen Programmpunkt des Abends geworden 😂. Es war super lustig und hat mir sehr viel Spaß gemacht. Zwischendurch kamen auch kurz Personen aus dem Zuschauerraum auf die Bühne, tanzten kurz mit mir und drückten mir dann ein paar Scheine in die Hand. So hatte ich am Ende des Abends ein paar Euro zusammen 😳😅. Ich hab mir sagen lassen, dass man vieles richtig gemacht hat, wenn die Leute einem sogar Geld geben. Das sehe ich jetzt mal als Kompliment 😅☺️. Als der Song zu Ende war verließen wir die Bühne und atmeten erstmal durch.



Wenig später gingen wir noch in einen kleinen Schuppen der sich auf dem Gelände befand und für den man Eintritt bezahlen musste. Da drin lief andere Musik und fast alle waren am tanzen. Dann tanzten wir dort noch eine Weile bis wir zwischendurch einmal frische Luft schnappen wollten und nach draußen gingen.

Dort fiel Margarethe dann auf, dass ihr Handy nicht mehr da war. Das war ein totaler Schock und ich fragte mich bei diversen Leuten durch, ob sie etwas bemerkt hatten, aber es blieb ohne Erfolg. Ich unterhielt mich eine ganze Weile mit einem Mann, der sagte, dass das Handy sehr wahrscheinlich geklaut worden war und mittlerweile aber bestimmt schon nicht mehr hier sei.


Dieser Vorfall beendete unseren Abend vorzeitig und der Mann orderte uns ein Bajaji. Er schickte dann noch extra einen Freund mit uns mit, der sicherstellen sollte, dass wir gut an unserer Unterkunft ankommen. Das war super lieb. Er betonte auch die ganze Zeit, dass es doch das wichtigste sei, dass uns nichts passiert ist und damit hat er recht. Natürlich war das mit dem Handy blöd, aber das kann einem überall passieren und wir waren nicht verletzt. Das war die Hauptsache.


Bis auf diesen Vorfall war der Abend super schön und lustig gewesen und wir haben es sehr genossen. Einen Tag später haben wir auch alles sperren lassen und mittlerweile hat Margarethe auch wieder ein neues Handy und fast alle Daten sind wieder da. Wir hoffen einfach, dass es nur bei diesem Vorfall bleibt.


Am 02.01.2024 fuhren wird dann wieder ganz früh morgens los zurück zum Nikolaushaus. Die Fahrt dauerte zwar wieder sehr lang, aber verlief reibungslos.

Am Nikolaushaus angekommen warteten auch schon viele Kinder und Mitarbeiter/innen auf uns, die uns super herzlich begrüßten. So viele Kinder kamen auf uns zu gerannt und manche wollten mich auch garnicht mehr loslassen. Das war ein richtig schönes Gefühl. Ich habe mich wirklich gefühlt als würde ich nach Hause kommen so herzlich wie ich begrüßt wurde 🥰.



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