Das Zwischenseminar, nochmal Kampala und zurück 🌿
- Nora Klammt
- 20. Apr. 2024
- 6 Min. Lesezeit
Unser Zwischenseminar ging vom 08.-13.02.2024 und fand in einem Gästehaus in der Nähe von Entebee statt. Das Seminar wurde von einer anderen Organisation als unserer Entsendeorganisation durchgeführt. Das hieß Margarethe und ich stießen auf eine bestehende Gruppe von Freiwilligen, die entweder in Uganda oder auch in Tansania ihr Auslandsjahr machen. Das machte aber nichts, da wir freundlich aufgenommen wurden und uns auf Anhieb gut mit den anderen Freiwilligen verstanden haben.
Das Seminar war sehr entspannt und wir durften sehr viel mitentscheiden. Wir überlegten uns als Gruppe Themen, über die wir sprechen wollten und hatten neben den Einheiten auch mehr Freizeit, als ich es von den bisherigen Seminaren gewohnt war.
Das Seminar bestand insgesamt viel aus Austausch über verschiede Themen und ab und zu hatten wir auch kreative Aufgaben, in denen wir zum Beispiel die vergangene Zeit reflektieren sollten, oder uns Wünsche und Ziele für die noch bevorstehende Hälfte überlegen sollten. Ja tatsächlich ist jetzt schon über ein halbes Jahr um. Ich fand es auch sehr interessant von den Einsatzstellen der anderen zu hören und auch von ihren bisherigen Erlebnissen. An einem Tag machten wir als Gruppe dann auch einen Ausflug in den botanischen Garten in Entebbe, was echt sehr schön war.
Mein persönliches Highlight auf dem Seminar war ein Stück weit auch das Essen, da es in meinen Augen so unfassbar viel Auswahl gab. Wenn man jeden Tag Reis mit Bohnen gewöhnt ist schmeckt alles andere noch tausend mal besser.
Nach dem Seminar beschlossen Margarethe und ich noch für ein paar Tage in Uganda zu bleiben und so buchten wir uns am Ende des Seminars ein AirBnB in Kampala für die nächsten 5 Nächte. Per Daladala fuhren wir nach dem Seminar bis nach Kampala rein.
Kurz bevor wir an dem Busstand angekommen waren, sprang das Auto nicht mehr an und einige Männer mussten das Auto anschieben. Als wir ausstiegen erblickten wir relativ schnell einen Boda-Fahrer, der uns mit seinem Moped mitnahm. Nach ein paar Minuten kamen wir auch schon an unserem AirBnB an, vor dem auch kurze Zeit später unser Host auftauchte. Er brachte uns zu unserem Zimmer in der dritten Etage und überreichte uns den Schlüssel. Sobald man die Tür von unserem AirBnB öffnete stand man vor einem Bett, was neben einem winzigen Tisch das einzige Möbelstück war. Es war zwar klein aber dafür billig und wir würden hier ja nur zum schlafen sein.
Nachdem wir uns kurz ausgeruht hatten gingen wir nach draußen und erkundeten ein bisschen die Gegend. Es war ja gerade der 13. Februar was bedeutete, dass am nächsten Tag Valentinstag sein würde. Das war jedenfalls nicht zu übersehen, denn überall waren Stände, wo Rosen verkauft wurden. Alles war voller roter Luftballons und anderer Geschenke. Valentinstag wird hier in Uganda mehr zelebriert, als ich es aus Deutschland kenne. Deswegen guckten wir uns auch nach einer Location um, wo wir am nächsten Tag unseren Valentinstag verbringen könnten.
Am Valentinstag waren wir vormittags in der Innenstadt unterwegs und kauften neben einigen Souvenirs auch jeder ein schönes Kleid für den Abend. Nachdem wir nach unserer Shoppingtour wieder im AirBnB angekommen waren und einen kurzen Powernap gemacht hatten, machten wir uns fertig. In unseren schönen Kleidern machten wir uns auf zu der Location, die wir am Vortag schon rausgesucht hatten. Dort angekommen musste man direkt erstmal durch ein riesiges rotes Herz aus Holz gehen und auch sonst war hier alles sehr kitschig dekoriert. Eine Liveband spielte und die Stimmung war sehr gut. Im laufe des Abends haben wir dann einen jungen Mann kennengelernt, der uns später Kampalas Nachtleben gezeigt hat. Wir waren bestimmt in 6 verschieden Clubs, die alle sehr nah aneinander lagen und hatten einen schönen Abend. Außerdem hat er uns einen coolen Handschlag beigebracht, den man unter Freuden hier so macht. Das war sehr lustig.
Die nächsten Tage verbrachten wir auch wieder viel mit Shoppen und gutem Essen. Am Freitag hatten wir uns überlegt einen Spa-Tag zu machen und hatten uns eine Massage gebucht. Der Salon befand sich ganz oben auf der Dachterasse der Acacia Mall. Unter uns dröhnte der Verkehr und wir waren hier auf dem Dach wie in einer kleinen Oase. Überall roch es gut und wir bekamen vor unserer Massage einen Saft den wir in einer Hollywoodschaukel tranken.
Die Massage war sehr gut und danach ging es noch in den Steaming-Room. War auf jeden Fall ein cooles Erlebnis, zumal ich sowas in Deutschland noch nie gemacht habe.
Unser Plan war am Sonntag wieder mit dem Bus zurück nach Tansania, genauer gesagt nach Bukoba, zu fahren. Deswegen machten wir uns am Samstag gegen frühen Nachmittag mit 2 Jungs, die wir am Vorabend beim feiern kennengelernt hatten, auf um Bustickets zu kaufen. An dem Busstand angekommen teilte uns ein Mitarbeiter mit, dass am Sonntag kein Bus fahren würde. Damit hatten wir jetzt nicht gerechnet, aber uns blieb dann nichts weiter übrig als auf Montag auszuweichen, dachten wir. Doch dann sagte der Mann, dass am Montag auch keine Busse nach Bukoba fahren, sondern erst am Dienstag. Das war uns aber deutlich zu spät.
Dann sagte der Mann noch, dass heute, also am Samstag, auch noch ein Bus fahren würde und zwar um 17 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt war es 14 Uhr und wir hatten noch kein bisschen gepackt und eigentlich auch noch Pläne für den Tag. Für uns schien es trotzdem aber die bessere Option zu sein.
Wir vergewisserten uns, dass der Bus wirklich erst 17 Uhr fahren würde, was uns der Mitarbeiter bestätigte. Er fügte noch hinzu, dass wir aber ruhig schon eine Stunde früher, also 16 Uhr da sein sollen. Als er meinen Gesichtsausdruck sah sagte er, dass 17 Uhr auch reichen würde. Wir kaufen schnell die Tickets und dann ging der Stress los. Wir hatten noch 3 Stunden und wollten unbedingt nochmal auf den Craft Market. Also fuhren wir mit einem Boda dorthin und setzten uns ein Zeitlimit von einer Stunde. Wir hetzten von Laden zu Laden und kauften das, was uns auf Anhieb gut gefiel. Schließlich mussten wir auch noch unser Geld verbraten und hier gab es viel mehr Souvenirs als in ganz Bukoba. Nachdem das Stress-Shopping vorbei war blieben noch knapp 2 Stunden. Wir beschlossen dann uns aufzuteilen, damit wir in der verbleibenden Zeit noch mehr erledigen könnten. Margarethe fuhr mit einem Boda zurück zum AirBnB um unsere Sachen zu packen und ich machte mich auf den Weg um Proviant für die Fahrt zu kaufen (sehr deutsch ich weiß 😂). Beim Packen hätten wir uns in unserem Mini-Zimmer sowieso im Weg gestanden und so konnte ich in der Zeit nochmal zu einem Laden fahren, der Donuts verkauft. Ich holte eine 6er Box Donuts und Getränke. Im Anschluss bestellte ich bei einem Laden noch Falafel-Wraps auf die ich leider eine ganze Weile warten musste. Deswegen kam ich dann 16:35 am AirBnB an, wo Margarethe gerade mit Packen fertig geworden war. Ich zog mich schnell um, gab unserem Host den Schlüssel zurück und rannte zur Straße um einen Boda-Fahrer anzuhalten. Ich hatte einen gefunden und dann kam auch schon Margarethe die Treppe runter.
Ich erklärte dem Fahrer, dass er sich ganz dolle beeilen müsse und wir ihm dafür auch unser ganzes restliches Geld geben würden. Wir stiegen auf und es ging los.
Es muss sehr witzig ausgesehen haben weil wir super viel Gepäck hatten. Wir waren 3 Leute auf dem Boda. Margarethe, die hinten saß, hatte einen riesigen Wanderrucksack auf, wir beide hatten zusätzlich noch 2 Jutebeutel und unter unseren Armen klemmten bemalte Leinwände, die wir hier gekauft hatten. Egal wie oft ich unserem Fahrer sagte, dass er sich beeilen sollte, er hatte trotzdem die Ruhe weg. Wir hatten ihm auf Margarethes Handy einen Standort gezeigt, den wir vorher markiert hatten, als wir die Bustickets gekauft hatten. Nachdem wir schon über 10 Minuten unterwegs waren uns es mittlerweile kurz vor 5 war, fragte ich den Fahrer, ob er überhaupt wisse wo er hinfahre. Dieser reagierte erst nicht und sagte dann, dass er sich nicht sicher sei. Ich sagte sofort, dass er anhalten solle und rief einen der Jungen an, der uns vorher beim Ticketkauf geholfen hatte. Dieser erklärte dann durch mein Handy einem neuen Boda-Fahrer, wo wir hinmüssten.
Wir hatten schon fast die Hoffnung aufgegeben, dass wir überhaupt jemals an der richtigen Busstation ankommen würden, doch dann raste unser neuer Fahrer los. Wir hatten mindestens 3 mal knapp einen Unfall und ich habe echt nur gehofft, dass alles gut geht. Die Fahrer hier fahren in meinen Augen schon relativ riskant, aber diese Fahrt war wirklich extrem. Schließlich kamen wir 10 Minuten nach 17 Uhr an der Busstation an, bezahlten schnell den Fahrer und sprinteten voll beladen auf die erste Person zu, die wir sehen konnten. Diese zeigte dann in eine Richtung, wo unser Bus stehen sollte und als wir ankamen stand er wirklich noch da.
Ich war außer Atmen und fragte, ob das wirklich der Bus nach Bukoba sei, da wir ja zu spät waren. Aber ein Mann erklärte mir, dass wir ganz in Ruhe einsteigen sollten und dass der Bus wahrscheinlich in einer Stunde losfährt. Das war schön zu hören aber auch ein bisschen ironisch zugleich. weil wir uns so sehr beeilt hatten und uns nun alle etwas komisch anguckten. Also ich sag mal so: man kann hier auch nicht wirklich planen. Wir fuhren wirklich erst gegen 18 Uhr los und erreichten am nächsten Morgen um 6 Bukoba. Nachdem wir dann mit einem TukTuk zum Nikolaushaus gekommen waren, fielen wir nur noch müde ins Bett. Erschöpft von der ganzen Reise aber auch glücklich über das Abenteuer, was hinter uns lag.







































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