Die Tage vor der (Ab-)reise nach Uganda đœ
- Nora Klammt
- 16. MĂ€rz 2024
- 4 Min. Lesezeit
Da fĂŒr Margarethe und mich im Februar (08.-13.02.2024) ein Zwischenseminar in Uganda stattfinden sollte, beschlossen wir die Gelegenheit zu nutzen um auch unabhĂ€ngig vom Seminar selbst in Uganda ein paar Tage zu verbringen. Uganda ist eins der NachbarlĂ€nder von Tansania und bis zur Grenze fĂ€hrt man vom Nikolaushaus nur 2 Stunden Richtung Norden.
Innerhalb von Tansania kennen wir mittlerweile 2 weitere Freiwillige, die auch aus Deutschland kommen und mit welchen wir im Dezember einen netten Abend verbracht hatten (siehe Beitrag 24. âPartytime đ„łâ). Da wir uns alle sehr gut verstanden haben, planten wir zusammen nach Uganda zu fahren, auch wenn die beiden anderen (Julius und Robin) nicht zu demselben Seminar mussten und somit schon frĂŒher abreisten.
Schon 2 Wochen, bevor unsere Reise losgehen sollte waren Margarethe und ich sehr aufgeregt und warteten sehnsĂŒchtig auf den Tag an dem wir aufbrechen wĂŒrden. Mehr als 10 Tage vor Abreise stand auch schon eine ausgeklĂŒgelte Packliste und wir zĂ€hlten die Tage bis es wirklich losgehen wĂŒrde. Abgesehen von unserem Kurzurlaub ĂŒber Silvester in Kigoma (wo allerdings auch einige der Kinder dabei waren), waren wir in dem halben Jahr, welches wir schon hier sind, nie wirklich weiter weg gewesen. Wir hatten unseren Alltag, der sich zum gröĂten Teil im Nikolaushaus abspielt und unsere wöchentlichen AusflĂŒge in die nĂ€chst gröĂere Stadt Bukoba und waren deswegen sehr gespannt auf das bevorstehende Abendteuer.
Die Tage vor der Abreise verbrachten wir mit packen und seeeehr viel WĂ€sche waschen. Wir bezogen unsere Betten neu und rĂ€umten unsere Zimmer auf, um nach der Reise in ein ordentliches Zuhause zurĂŒckzukommen.
Am Freitag, den 02.02.2024, kam Julius, der in Mwanza seinen Freiwilligendienst macht, zu uns nach Kemondo, um sich unsere Einsatzstelle anzugucken. Wir verbrachten einen sehr schönen Tag miteinander, indem wir mit ein paar Kindern spazieren waren, uns spÀter unter dem Mangobaum ausruhten und Abends den Sonnenuntergang am Viktoriasee genossen.
Am nĂ€chsten Morgen packten wir dann noch unser HandgepĂ€ck und stellten sicher, dass wir alles dabeihatten. Margarethe schnallte sich ihren groĂen Wanderrucksack auf, den wir uns teilten und ich nahm das HandgepĂ€ck und lieĂ meinen Blick ein letztes Mal ĂŒber unsere Zimmer streifen. Es war ein komisches GefĂŒhl jetzt aufzubrechen und meinen gewohnten Alltag und meine zweite Familie zurĂŒckzulassen.
Margarethe und ich gingen ĂŒber das ganze GelĂ€nde und verabschiedeten uns von allen, die uns ĂŒber den Weg liefen, bis wir schlieĂlich durch das Tor traten und zur StraĂe vor liefen. Dort angekommen lieĂ das nĂ€chste Daladala auch nicht lange auf sich warten und so stiegen wir ein. Das war mit dem riesigen Rucksack etwas umstĂ€ndlich, aber glĂŒcklicher Weise entdeckten wir dann auch noch freie SitzplĂ€tze. Den riesigen Rucksack parkten wir auf unseren Oberschenkeln. Nach einer halben Stunde erreichten wir dann Bukoba und wir stiegen aus um das letzte StĂŒck mit einem Boda (Moped) zu fahren. Auch das war mit dem groĂen Rucksack sehr abenteuerlich, zumal wir ohnehin schon zu dritt auf dem Moped saĂen. Bei Robins Zuhause angekommen warteten auch schon die Jungs auf uns und wir stellten unsere Sachen ab.
Nach einer kurzen Verschnaufpause machten wir uns los um Bustickets zu kaufen. Der âLadenâ sah fĂŒr uns zwar etwas unseriös aus, aber das muss hier nichts heiĂen. Schon nach ein paar Minuten hatten wir jeder ein Busticket in der Hand und Robin war gerade dabei Nummern mit einem Mann vom Busunternehmen auszutauschen. FĂŒr den Fall der FĂ€lle.
Nachdem das erledigt war, besorgten wir am StraĂenrand noch ein paar SĂŒĂigkeiten und machten uns auf zu Robins Einsatzstelle. Er arbeitet in einem Kinderheim in Bukoba und so betraten wir gespannt das GelĂ€nde. Viele Kinder kamen auf uns zu gerannt und freuten sich, dass Robin da ist. Robin fĂŒhrte uns ein bisschen auf dem GelĂ€nde rum und wir begutachteten einige Tiere, die auf dem GelĂ€nde leben. Was mir sofort auffiel war, dass die Kinder hier viel dĂŒnner als die im Nikolaushaus sind und das sie teilweise noch weniger Platz in den Sammelzimmern haben. Robin erklĂ€rte uns dann noch, dass die Kinder hier auch arbeiten mĂŒssen, zum Beispiel auf dem Feld oder sie sind fĂŒr bestimmte Tiere zustĂ€ndig, etwa fĂŒr die Schweine. Das liegt daran, dass sich das Kinderheim gröĂtenteils selbst finanziert. Das fand ich auch heftig zu hören, denn im Nikolaushaus besuchen viele Kinder die Schule und haben nur immer mal wieder kleinere Aufgaben, wie beispielsweise die Bohnen sortieren, aber nicht ansatzweise so schwere körperliche Arbeit wie die Kinder hier.
Wir saĂen dann eine ganze Weile einfach mit den Kindern auf dem Boden und lieĂen die Zeit verstreichen. Ein Junge begutachtete ganz interessiert meine Finger und Arme. Wir alberten ein bisschen rum und wĂ€hrenddessen machte es sich ein kleines MĂ€dchen auf meinem SchoĂ gemĂŒtlich.
Nachdem wir dann also einige Zeit auf dem groĂen GelĂ€nde verbracht hatten, wollte uns Robin noch einen weiteren Bereich zeigen, der Teil des Kinderheims ist. DafĂŒr mussten wir ein paar Minuten zurĂŒck durch die Wiese gehen. Wir kamen bei einem GebĂ€ude an, in welchem die Jungen schlafen und sahen auch einige von ihnen vor dem GelĂ€nde. Sie standen um einen Wagen mit frisch geernteten Mais drin und befreiten diesen von seinen HĂŒllblĂ€ttern. Wir stellten uns mit dazu und taten es ihnen gleich. Kurz darauf kam ein Mann vorbei, der vor dem Wagen ein Gestell befestigte um sich dann draufzusetzen und loszufahren. Die Jungen nahmen alle in dem Wagen auf dem Mais Platz und wir fragten ob wir mitfahren dĂŒrften. Als der Mann zustimmte kletterten wir zu den anderen Kindern hoch und nahmen neben ihnen Platz. Dann ging die Fahrt in dem Wagen voll Mais auch schon los und wir fuhren einen schmalen Pfad entlang. Es war richtig schönes Wetter und wunderbare Natur um uns. Manchmal war die StraĂe so uneben, dass man sich wirklich richtig festhalten musste um nicht runterzufallen und teilweise stiegen auch Kinder aus, um den Wagen noch ein bisschen anzuschieben.
Als wir schlieĂlich mit dem Wagen wieder auf dem HauptgelĂ€nde ankamen, halfen wir noch mit den Mais umzulagern. Danach verabschiedeten wir uns und liefen zurĂŒck zur HauptstraĂe.
Da wir mittlerweile sehr hungrig waren hielten wir 2 Bodas an, die uns zu einem einheimischen âRestaurantâ fuhren. Dort gab es fĂŒr uns Pilaw (ein typisches Reisgericht) mit HĂŒhnchen. AnschlieĂend fuhren wir zu Robin nach Hause und Margarethe und ich machten es sich im GĂ€stehaus gemĂŒtlich. Dort wohnten gerade auch 2 Schweden, die uns herzlich begrĂŒĂten. Relativ schnell gingen wir dann auch ins Bett, da wir am nĂ€chsten morgen ja zwischen 6:30 Uhr und 7:00 Uhr abfahrbereit beim Bus sein mussten. Den Wecker auf 6 gestellt schliefen wir ein.
Doch zu diesem Zeitpunkt konnte auch keiner wissen, dass alles ganz anders kommen sollte...

























































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