Die Weihnachtsfeiertage ☀️
- Nora Klammt
- 27. Jan. 2024
- 4 Min. Lesezeit
Am ersten Weihnachtsfeiertag stand als erstes morgens wieder ein Gottesdienst auf dem Plan. Danach machten sich dann alle abfahrtbereit. Es sollte nämlich in die nächst größere Stadt Bukoba gehen. Bis Bukoba ist es eine halbe Stunde mit dem Auto. Hier im Nikolaushaus gibt es 2 Toyota Landcruiser und zusätzlich hatten wir an diesem Tag auch ein Daladala gemietet. Das hieß 3 Autos für rund 60 Leute. Und was soll ich sagen, es passte irgendwie 😂. Als erstes wurden die Rollstühle einiger Kinder auf den Dächern der Autos mit Gurten befestigt. Schließlich sollte jedes Kind die Möglichkeit bekommen mit in die Stadt zu fahren. Danach stiegen wir alle in die Autos und rutschen dicht zusammen und wenn in der Bank kein Platz mehr war dann entstand die Nächte Reihe auf den Schößen der bereits Sitzenden 😅. Anschnallen war somit auch nicht mehr möglich.
Wir fuhren die halbe Stunde nach Bukoba und kamen schließlich auf einer großen Wiese direkt am Viktoriasee an. Dort standen einige Plastikstühle und -Tische und wir bauten eine sehr lange Tafel. Schließlich mussten 60 Leute an dieser Platz finden. Das Wetter war richtig gut und alle hatten gute Laune. Neben der Tafel wurde ein Buffet für uns aufgebaut was zwar (wie immer) Reis beinhaltete, aber diesmal noch über andere Komponenten verfügte. So gab es außerdem noch Kartoffeln und Kochbananen und mein absolutes Highlight war die Tomatensoße. Ausnahmsweise gab es mal keine Bohnen, aber wieder diverse Sorten an Fleisch. Wir aßen alle gemeinsam und unterhielten uns. Es war wirklich richtig schön und das Essen super lecker.
Nach dem Essen machten Margarethe und ich mit Stefanie und ein paar Kindern einen kleinen Spaziergang zum Wasser, wo auch ein bisschen Strand war. Dort angekommen war es wirklich richtig heiß und am Ende des Tages hatte ich sogar einen leichten Sonnenbrand 😅. Und das am 25. Dezember. Schon verrückt.
Die Kinder tobten umher und es war wirklich ein richtig schöner Tag. Aber genau das ist es auch. Es war ein schöner Tag, aber wie Weihnachten fühlte es sich ganz und garnicht an. Das war schon etwas schade. Am Abend sagte Stefanie dann noch, dass Weihnachten hier jetzt quasi vorbei ist.
Ich telefonierte am Abend noch mit meiner Familie, was sehr schön war. Trotzdem ungewohnt, dass ich in dem Moment nicht wie sonst immer bei ihnen war und das jährliche Weihnachts-Familienfoto aus einem Screenshot unseres Videotelefonats bestand 🥲.
Trotzdem bin ich dankbar für diese neue ganz besondere Erfahrung.
Am zweiten Weihnachtstag startete unser Tag damit, dass Margarethe und ich mit Kathi versucht haben Kuchen zu backen. Kathi war vor 10 Jahren als Freiwillige im Nikolaushaus und nun zu Besuch über die Feiertage hier. Die Kuchen brauchten wir, weil am nächsten Tag Geburtstag gefeiert werden sollte. Über die Geburtstagsfeier berichte ich aber erst nächste Woche.
Das Kuchenbacken hat sich als relativ schwierige Angelegenheit herausgestellt, da der Ofen schon relativ alt ist und nicht ganz so wollte wie wir. Wir waren wieder im Gästehaus, weil dort ja der einzige Ofen steht. Beim Plätzchen backen hatten wir auch keine Probleme mit dem Ofen, aber unsere Kuchen wollten einfach nicht durch werden. Irgendwann haben wir den Dreh dann rausgehabt und die gewünschten 8 Kuchen waren fertig.
Am Nachmittag sind wir mit Stefanie und ein paar Kindern zu einer Location gefahren, wo die Kinder eingeladen waren. Dort sollte 13 Uhr eine Party für Kinder aus Heimen beginnen, weswegen wir 14:30 losfuhren. Man muss wissen, dass es viele Menschen hier die meiste Zeit überhaupt nicht eilig haben. Zu solchen Anlässen taucht man meist eine Stunde später auf und ist immer noch pünktlich. Als wir an diesem Tag 2 Stunden nach der vorgegeben Zeit ankamen, hatten wir immer noch nichts verpasst. Die Leute, die das Ganze organisierten, waren noch dabei die Location zu schmücken und so nahmen wir erstmal Platz. Es waren schon 2 große Zelte aufgebaut unter welchen viele Stühle standen. Als sich nach einer halben Stunde immer noch nichts getan hatte, machten wir uns mit Frau Köster auf in die Stadt und tranken am Strand noch eine Cola.
Einige Zeit später wollten wir die Kinder dann wieder abholen, doch als wir ankamen war das Programm noch im vollen Gange. Es lief laute Musik und viele Kinder tanzten dazu.
Als wir beschlossen nochmal Platz zu nehmen, wurden wir zu bestimmten Stühlen geführt. Sie standen auch unter dem Zelt, allerdings genau in der Mitte und die 3 Stühle befanden sich genau hinter dem einzigen Tisch, der hier draußen aufgebaut war. Wir nahmen also auf den Stühlen hinter dem Tisch Platz und Stefanie, Margarethe und ich fühlten sich ein bisschen wie in einer Jury. Vor dem Tisch waren die Kinder am Tanzen und innerhalb der nächsten Stunde wurden direkt vor uns diverse Programmpunkte vorgespielt. Es gab einen Sketch und viele kleine Gruppen, die tanzten. Uns wurden außerdem viele Getränke hingestellt und uns wurde Essen angeboten. Das war eine echt absurde Situation und ich saß auch noch genau in der Mitte 😅.
Als wir dachten, dass das Programm jetzt vorbei sei, wurde feierlich eine Torte rausgetragen und genau vor meiner Nase platziert. Anschließend kam aus jedem Kinderheim ein Kind nach vorne um die Torte anzuschneiden. Das passierte alles unmittelbar vor mir und um unseren Tisch standen viele Leute. Es wurden auch so einige Fotos von uns mit der Torte gemacht, was im Nachhinein einfach super lustig ist 😂. In der Situation fand ich es ehrlich ein bisschen unangenehm so viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Jedes Kind bekam dann ein kleines Stückchen Torte.
Danach schien es aber immer noch nicht vorbei zu sein, denn nun wurde noch eine ziemlich lange Rede gehalten und zwischendurch applaudierten wir für alles mögliche.
Am Ende bekam jedes Kind noch ein kleines Geschenk und wir machten uns schließlich auf den Heimweg. Zuhause kamen wir dann pünktlich zum Abendessen an und jetzt war Weihnachten offiziell vorbei.



























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