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Ein Tag in Jinja 🍉

  • Autorenbild: Nora Klammt
    Nora Klammt
  • 30. März 2024
  • 5 Min. Lesezeit

Montag der 05.02.2024 war unser erster richtiger Tag in Uganda, genauer gesagt in Jinja. Im Vorfeld hatten wir einen Link von einer Freiwilligen bekommen, die letztes Jahr in Uganda ihren Freiwilligendienst verbracht hat. Dieser link führte zu Google Maps, wo sie einige Markierungen gesetzt hatte mit jeweils einer kurzen Erklärung dazu, was das sei. Es waren sowohl Restaurants als auch Sehenswürdigkeiten dabei, was für uns super hilfreich war.


Julius hatte schon ein guten Frühstücksspot von dieser Liste herausgesucht während wir uns fertigmachten. Leider hatten wir an diesem Morgen kein fließend Wasser, was die Duschsituation etwas erschwerte und uns zum improvisieren brachte. Aus einem Eimer voll Wasser schöpften wir mit einem Becher Wasser, das wir uns dann über Kopf und Körper gossen. Nicht meine Lieblingsmethode aber es hat mehr oder weniger gut funktioniert.


Als wir alle fertig waren, machten wir uns dann los. Wir hielten 2 Bodas von der Straße an, welche uns dann zu der Markierung fuhren. Der Name des Restaurant war „Rolex“, was wir lustig fanden. Vor allem als wir erfuhren, dass man den oder das Rolex isst. Aus Tansania kennen wir schon Chapati, was ein rundes Fladenbrot ist. Für mich hat es sowohl geschmacklich als auch vom Aussehen her Ähnlichkeiten mit deutschen Eierkuchen. Ein Rolex ist ein gefülltes Chapati. Das hatten wir vorher noch nie gehört und kannten das so aus Tansania auch garnicht, aber es hörte sich sehr gut an. Es gab alle möglichen Varianten und ich entschied mich für eins, das mit Nutella und Banane gefüllt war. Margarethe tat es mir gleich und die Jungs bestellten eine herzhafte Variante mit Ei und Gemüse.

Der oder das Rolex schmeckte uns allen sehr gut und ich finde, dass es sowas in Bukoba bei mir auch geben müsste. Nachdem wir aufgegessen hatten liefen wir zu Fuß durch die Straßen von Jinja. Als erstes hielten wir Ausschau nach einem ATM, da wir hier ugandische Schilling benötigten.


Wir kamen dann an mehren Souvenirläden vorbei und in den erstbesten gingen Margarethe und ich auch sofort rein. Wir waren im siebten Himmel, denn hier gab es wirklich alles. In Bukoba haben wir nur einen einzigen Laden, der ganz im hinteren Teil über eine winzige Ecke mit Geschenken verfügt. Auch als Julius sagte, dass das nicht der letzte Laden gewesen, sei den wir hier sehen, würden schlugen wir ordentlich zu.

Danach liefen wir noch ein paar Minuten weiter bis wir zu einem Markt/Kaufhaus kamen. Das sah aus wie ein großes, gelbes Parkhaus mit mehreren Ebenen. Wir gingen rein und es waren so viele Eindrücke auf einmal. Hier konnte man wirklich alles kaufen.

Zuerst betraten wir einen Bereich mit „Küchenutensilien und Haushalt“, so wie ich es deklarieren würde. Plastik- und Kochtöpfe in allen Größen ragten aufeinander gestellt in die Höhe, riesige Holzlöffel lehnten an den Stapeln und diverses Plastikgeschirr war gefährlich zu Türmen gestapelt worden. Zwischen diesen Türmen waren Besen und Harken in großen Tonnen aufgestellt. All das stand auf dem roten Sandboden, der sich durch den unteren Teil des Gebäudes zog. Ein paar Dutzend Plastikschüsseln und -Körbe weiter kamen wir so langsam in die Obst- und Gemüseabteilung.

Auf Unmengen an Holztischen lagen Tomaten und Paprika, Zwiebeln und Möhren. Wassermelonen lagen teilweise in 6 Schichten übereinander und immer wieder erblickte ich Obst und Gemüse, dass ich noch nie gesehen hatte. Oft sah man Planen oder Pappe auf dem Boden liegen worauf sich zwischen Bananen, Ananas und Melonen auch Personen befanden. Viele Frauen und Kinder saßen oder lagen zwischen ihrer Ware und warteten auf Kundschaft. Prall gefüllte Säcke mit Kartoffeln und Bohnen umgaben sie und ich konnte nur schwer erkennen wo der eine Stand aufhört und der nächste anfängt.

Ich muss sagen, ich habe mich schon so sehr hier eingelebt, dass diese Bilder für mich nahezu normal sind. Auch als wir eine Etage höher gingen und sofort von Tablets umgeben waren, auf denen sich die Innereien diverser Tiere befanden, war ich nicht sonderlich schockiert. Ich sah den Pansen eines Tieres auf einem staubigen Holztisch liegen und diverses Fleisch an, in meinen Augen, schmutzigen Haken hängen. Erst wenn ich mich daran erinnerte wie ich es aus Deutschland kenne, merkte ich die Unterschiede. Aber den Großteil der Zeit war der Anblick dort mein „normal“.

Ein paar Schritte weiter stapelten sich Käfige mit Hühnern drin und kurz danach lag nur noch mehr Fleisch auf den Holztischen. Es roch sehr stark bzw. es stank für mich, da einfach alles so offen da lag. Ich war froh als wir wieder eine Etage höher gingen und sich meine Nase entspannen konnte.

In der nächsten Etage gab es Massen an Kleidung. Wenn ich Massen sage, dann übertreibe ich nicht, denn es führten nur schmale Wege an riesigen Bergen von Kleidung hindurch. Klamottenberge auf dem Boden, auf Tischen und überall wo man hinguckte. Und inmitten dieser Berge saßen Frauen auf dem Boden die Klamotten sortierten. Während wir uns einen Weg durch die Klamotten bahnten schauten mich 2 kleine Mädchen ganz interessiert an. Sie kamen etwas auf mich zu als ich stehenblieb und sie anlächelte. Dann gaben wir uns high five und die beiden lächelten mich an. Das war richtig süß, aber dann musste ich auch schon weiter.



Mit 2 Bodas fuhren wir zu einer Location am Nil. Wir saßen eine ganze Weile einfach nur auf einer Parkbank mitten im grünen und schauten auf den Nil. Das Wetter war richtig gut und ich war sehr glücklich dort sein zu dürfen. Nach einiger Zeit gingen wir dann was Essen und machten danach noch einen kleinen Spaziergang während die Sonne unterging. Dann ging es mit den Bodas zurück zu unserem AirBnB und wir wollten noch etwas spielen. Margarethe und ich waren für Tabu, wozu die Jungs nur schwer zu überzeugen waren. Während des Spielen fanden sie dann allerdings doch gefallen und hatten ihren Spaß. Auch, wenn natürlich Margarethe und ich gewonnen haben.



Nach dem Spielen hatte Robin noch etwas Hunger und wollte nochmal los. Als Margarethe und Julius sagten, dass sie lieber im AirBnB bleiben würden, beschloss ich Robin zu begleiten. Ein Boda brachte uns zu einer Location die sehr nett aussah. Da es montags war, war diese zwar nicht gut besucht aber dafür sehr gemütlich. Wir bestellten etwas zu essen und trinken und unterhielten uns über alles mögliche. Später spielten wir noch einige Runden Billard, obwohl ich absolut keine Ahnung von den Regeln hatte. Es hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht und ich habe Robin seinen Sieg gegönnt. Schließlich war er ja schon beim Tabu spielen im Verliererteam gewesen. Irgendwann spät abends erreichten wir das AirBnB und schliefen sofort ein.



Für den nächsten Tag hatten wir einen Ausflug geplant und danach stand die Fahrt zurück nach Kampala an. Mehr dazu gibt es nächste Woche zu lesen.



 
 
 

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