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Kumbi Kumbi 🪳

  • Autorenbild: Nora Klammt
    Nora Klammt
  • 23. Dez. 2023
  • 5 Min. Lesezeit

In der Nacht auf den 04.11.2023 wurde ich mehrfach von einem summen wach aber ich war zu müde um zu gucken was es ist. Als mein Wecker klingelte und mein Zimmer durch das Licht von draußen heller war erschrak ich, denn ich sah, dass das Summen von einem Tier kam, was sich mit mir unter dem Moskitonetz befand. Ich war sofort hellwach und stieg rasch aus meinem Bett. Bei dem Tier handelte es sich um einen schwarzen, länglichen und super ekligen Käfer der 2 große Flügel hatte, ähnlich wie die einer Libelle. Dann bemerkte ich auch, dass ein noch lauteres Summen von draußen wahrzunehmen war. Und ich sah ganz viele kleinen Schatten an meinem Fenster. Draußen vor meinem Fenster schien auch ein kleines Licht und das zog vermutlich die ganzen fliegenden Käfer an.

Es war gerade kurz vor 6 und Margarethe und ich mussten die Frühstücksbrote schmieren. Doch als wir in den Flur kamen erschraken wir total, denn der ganze Flur war voll von diesen Käfern. Tausende von ihnen flatterten wild herum und die, die keine Flügel mehr hatten, krochen auf dem Boden umher. Ich persönlich ekele mich schon vor den kleinsten Krabbeltieren, aber in dem Moment stand ich erstmal entgeistert da und konnte nicht fassen was ich sehe. Es dauerte aber auch nicht lange und ich kreischte denn Margarethe und ich mussten unweigerlich durch diesen Flur gehen. Dann beobachtete ich auch noch, dass mehrere Käfer, die auf dem Boden herumkrabbelten, versuchten meine Türschwelle zu erklimmen. Leider war auch eine kleine Spalte zwischen Tür und Boden und ich wollte auf keinen Fall, dass diese Viecher auch noch mein Zimmer belagern. Deswegen ging ich in mein Zimmer, griff mir das Ersatz-Moskitonetz und versuchte es so vor die Tür von innen zu legen, dass alles abgedichtet ist, wenn ich rausgehe und noch einen Zipfel hinter mir herziehe 🥲.

Währenddessen waren Annajoyce und Kevina schon damit beschäftigt die Käfer einzufangen, aber trotzdem flatterte es im ganzen Flur noch und wir mussten da jetzt durch. Ich rannte so schnell ich konnte und wenn ich jetzt gerade daran zurück denke muss ich schon wieder zusammenzucken.


Auch im Wohnzimmer und Esszimmer krabbelte es überall nur so und wir waren froh, als wir draußen standen und kein Käfer mehr zu sehen war. Als wir diese Hürde überwunden hatten hofften wir, dass im Jungenhaus nicht auch so viele dieser Käfer sind. Wir sprinteten durch den Regen zum Haus der Jungen rüber und geradewegs rein in den Flur aus dem ich sofort schreiend wieder raus rannte, denn da flatterte es mindestens genau so sehr 😣. Dann rief uns Annajoyce noch zu, dass es reicht, wenn wir erst um 7 Uhr heute anfangen.

Das Gute daran war, dass das hieß, dass wir nochmal knapp eine Stunde Schlaf hätten, aber das Problem war, dass das auch bedeutete, dass wir nochmal durch den Ekel-Flur rennen mussten. Das machten wir dann auch und legten uns noch eine knappe Stunde hin. Als ich dann wieder aufwachte hoffte ich kurz, dass das alles nur ein Traum gewesen sei, aber das war es leider nicht.


Zumindest war jetzt im Flur etwas Ruhe eingekehrt und Zawadi war gerade damit beschäftigt die toten Käfer zusammenzufegen. Das beruhigte mich und wir gingen diesmal etwas entspannter rüber zum Haus der Jungen. Dort schmierten wir dann die Brote, aber ich ekelte mich mindestens genau so sehr wenn ich irgendwo auch nur eins der Viecher entdeckte.

Insgesamt hatten wir erstmal den Eindruck, als wäre das eine Art Plage und nun waren alle damit beschäftigt die Käfer einzusammeln. Den ganzen Vormittag über konnte man Kinder beobachten, die überall rumhorchen um die Käfer aufzusammeln. Das taten sie aber (anders als wir vermuteten) nicht um sie dann zu entsorgen, sondern um sie zu essen! Bitte was!? Bonifatius teilte uns mit, dass die Käfer gekocht werden und dass sie dann total gut schmecken würden.

Während viele der Mamas damit beschäftigt waren die rumliegenden Flügel der Käfer zu entfernten wuschen und sortierten Vanessa und ein paar andere Mädchen die Käfer.

Später im Sandkasten nahm kleine Alicia einen noch lebendigen Käfer aus ihrem Becher. Dieser fiel ihr daraufhin in den Sand, aber sie zögerte keine Sekunde den Käfer wieder aufzuheben und sich inklusive etwas Sand in den Mund zu stecken. Man konnte den Körper regelrecht knacken hören.


Die Käfer, die nicht gleich so gesnackt wurden, brachten die Kinder in die Küche und dort wurden sie in einen Kochtopf geworfen. Irgendwie konnte ich mich nicht an den Gedenken gewöhnen, dass die Menschen hier die Käfer hier wirklich essen. Ich dachte, alle finden die genau so eklig wie ich.

Den ganzen Tag über liefen die Kinder und die Mamas mit den Käfern in der Hand umher und boten mir mehrfach an einen zu kosten. Ich lehnte immer höflich ab, denn die Vorstellung so einen Käfer wirklich zu essen fand ich super eklig.

Aber andererseits dachte ich mir auch, dass es gerade eine vielleicht einmalige Gelegenheit ist so einen Käfer zu probieren. Und ich wollte alles hier ausprobieren und ich meine, wenn die Menschen hier, diese Tiere essen kann es schon nicht so schlimm sein.


Beim Abendessen fühle ich mich dann bereit und so ging ich zu der kleinen Alicia und fragte sie ob sie mir 2 von ihren abgeben würden. Sie wollte mir gleich eine ganze Hand voll geben, aber uns reichten für den Anfang auch erstmal die 2 🫣😅. So nahmen sich Margarethe und ich jeweils einen Käfer. Schon als ich ihn anfasste ließ ich sofort wieder los und zuckte zusammen. Ich ekele mich wirklich unfassbar dolle vor so Krabbeltieren und der Käfer hier war mir gerade eindeutig zu nah. Und das auch obwohl er tot war. Er sah ja trotzdem eklig aus.

Ich überlegte dann erst ob ich nur abbeißen sollte oder ihn ganz in den Mund nehmen sollte, aber Margarethe beschloss, dass wir sie wenn dann schon im Ganzen essen. Ein bisschen warteten wir noch und es waren auch ein paar Kinder um uns, die garnicht verstehen konnte, wieso das für uns so eine große Sache ist. Schließlich nahmen wir beide einen in den Mund und fingen an zu kauen. (Natürlich mussten wir das auf Video festhalten, damit man uns später auch glaubt 😅). Es schmeckte vor allem salzig, also nicht dolle eklig, aber als ich mich daran erinnerte, dass ich gerade einen Käfer esse, musste ich schnell ein Löffel Nudeln hinterher essen 😅.

Später aßen wir beide noch einen zweiten und da kam schon mehr irgendwie so ein Käfer-Geschmack durch 🫠😅.

Am Abend recherchierten wir noch, was genau wir da jetzt eigentlich gegessen hatten. Es stellte sich heraus, dass es sich um eine Termitenart mit der Bezeichnung Hodotermitidae handelte. Die Menschen hier nennen die Käfer Kumbi Kumbi. Als ich das Foto auf Wikipedia sah zog sich wieder alles in mir zusammen. Aber immerhin kann ich jetzt sagen, dass ich schonmal ein Termiten gegessen habe und wer kann das schon von sich behaupten.


PS: Mein Lieblingssnack wird Kumbi Kumbi trotzdem nicht.





Kinder, die ich in diesem Beitrag erwähnt habe:


Kevina Zawadi Vanessa


Boniface Alicia (die Kleine)


und Annajoyce, die aber nicht zu sehen sein möchte.












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