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Reisetagebuch Teil 3 (DAR) ☂️

  • Autorenbild: Nora Klammt
    Nora Klammt
  • 6. Juli 2024
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. Juli 2024

Dienstag, 07.05.2024


Wir haben es gerade 13 Uhr und Margarethe und ich sind jetzt bei unserem AirBnB angekommen. Das liegt ca. 20 Minuten vom Stadtkern von Dar es Saalam entfernt und ist eine mini Wohnung in einem richtigen Einheimischen-Viertel. Die Lage ist echt cool, denn es ist hier überhaupt nicht touristisch und wir sind einfach mitten drin im Leben. Neben unserer Eingangstür steht ein kleiner Holzstand, an dem eine Mama frisches Obst und Gemüse verkauft und durch unsere Gasse toben einige Kinder.

Wir sind ja gestern Abend relativ genau um Mitternacht in Dar es Salaam am Bahnhof angekommen, haben spontan eine Unterkunft in Strandnähe gebucht und sind dann mit dem Bajaji dahingefahren. Es war natürlich stockdunkel und wir wussten nicht, ob überhaupt jemand da sein würde, wenn wir gegen 1 Uhr ankommen, denn die Rezeption sollte schon 22 Uhr zugemacht haben. Als wir ankamen sah das Gelände auch ziemlich verlassen aus und die Rezeption war unbesetzt. Als ich hinter den Tresen der Rezeption blickte sah ich einen kleinen Schnipsel auf dem #1 und mein Nachname drauf stand. Das war irgendwie verrückt und lustig, aber zeitgleich auch sehr hilfreich. Denn so wussten wir, dass sie mit uns rechneten. Daneben lag noch ein Schlüssel und so machten wir uns auf die Suche nach unserem Zimmer. Nach einiger Zeit haben wir begriffen, dass es sich bei unserem Zimmer um eine kleine Holzhütte handelt, die direkt am Strand steht. Schließlich fanden wir diese Hütte in der sich lediglich ein Bett und ein Ventilator befanden. Mehr brauchten wir auch garnicht. Wir waren aber überhaupt noch nicht müde und so setzen wir uns mit ein paar Keksen noch an den Strand, bewunderten den schönen Sternhimmel und erzählen stundenlang. Etwas später legten wir uns dann doch noch für ein paar Stündchen hin. Und als wir dann heute morgen vom Meeresrauschen wach wurden, packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns auf den Weg zu diesem AirBnB. Dafür konnten wir mit verschiedenen DalaDalas fahren oder auch die Route wählen, wo man einen Teil mit der Fähre fährt. Für diese haben wir uns letztendlich auch entscheiden und so sind wir vorhin auch schon mit der kleinen Fähre hier gefahren. Tatsächlich konnten wir sogar gratis fahren da auf Grund von fehlendem Internet keine Tickets verkauft werden konnten.

Die nächsten paar Tage werden wir in DAR es Salaam verbringen und mal schauen, wann wir weiterfahren wollen und wann dann auch ein Bus fährt. Jetzt erkunden wir erstmal ein bisschen die Stadt.



Mittwoch , 08.05.2024


Heute sind wir schon den dritten Tag in DAR es Salaam und wir haben auch schon einiges gesehen. Als erstes haben wir in der Nähe von unserer Unterkunft nach einem Laden Ausschau gehalten, wo man ChipsMayai essen kann. Das sind Pommes die in Ei eingebacken sind und es erinnert an ein Omelette. Wir haben auch sofort einen guten Laden gefunden und mittlerweile müssen wir schon garnicht mehr bestellen, weil die Mitarbeiter uns schon kennen. Ich genieße es sehr in kleinen, einheimischen Lokalen essen zu gehen denn ich fühle mich mittlerweile viel wohler zwischen Einheimischem als in einem teueren, westlichen Restaurant, wo hauptsächlich nur die Touristen hingehen. Ich glaube manche Leute aus zum Beispiel Deutschland würden echt einen kleinen Schock bekommen wenn sie sehen, wo wir essen gehen, aber für uns ist das vollkommen ausreichend. Es ist halt nicht super sauber und entspricht bestimmt auch keinen deutschen Hygienebestimmungen, aber mein Magen hat sich daran gewöhnt und das Essen schmeckt auch. Außerdem schaut einen hier keiner komisch an, wenn man mit den Fingern isst.

Nachdem wir dann am Dienstag die nähere Umgebung erkundet hatten, sind wir gestern in die Innenstadt von Dar es Salaam gefahren. Dort waren wir erst auf einem riesigen Second Hand Markt, der gefühlt zu 50% Schuhe anbot. Wie immer war es wuselig und laut. Über Lautsprecher wurden immer wieder Preise gerufen und die Leute drängelten sich vor den Wühltischen. Nachdem wir uns einige Zeit inmitten der Menge aufgehalten hatten gingen wir dann weiter zu einem anderen Markt. Hier wurde alles angeboten, was nicht mit Kleidung oder Schuhen zu tun hatte. Und wenn ich Alles sage, dann meine ich auch wirklich alles. Von Kochutensilien über Schmuck bis hin zu Lampen und anderem Technikzeug konnte man wirklich alles kaufen. Die Verkäufer saßen entweder auf großen Tüchern und um sie befand sich ihre Ware oder sie hatten einen kleinen Holztisch vor sich stehen. Auf diesen Tischen stapelten sich sie Güter so hoch, dass die Verkäufer gänzlich dahinter verschwanden. Alles war laut, voll und bunt. Wir schlenderten durch die engen Gassen und kauften hier und dort etwas. Die Zeit war regelrecht verflogen und als es langsam dämmerte beschlossen wir so langsam zurück zum AirBnB zu fahren. Wir machten noch kurz einen Umweg um an einem ATM vorbeizukommen und auf dem Weg dahin stellten wir fest, dass auf einmal unheimlich viel Verkehr in diesem Stadtteil war. Dann sahen wir auch Polizeiautos und schließlich auch eine riesige Grünfläche inmitten der Stadt. Auf dieser stand eine große Bühne und es wurden gerade Zelte aufgebaut. Immer mehr Menschen trudelten auf dem Gelände ein und so beschlossen wir mal nachzufragen, was hier los ist. Ich fragte die nächste Person, die an uns vorbei lief und dieser nette Herr redete ohne Punkt und Komma auf Swahili. Das wichtigste verstand ich auch und als wir schließlich den Namen dieser Veranstaltung in den Übersetzer eingaben kam etwas mit „Fest der Fackel raus“. Wir hatten also durch Zufall diesen Ort gefunden wo genau heute etwas gefeiert wurde. Im Internet konnten wir nicht viel über diese Feierlichkeit finden nur, dass sie einmal im Jahr irgendwo in Tansania stattfindet. Und dieses Jahr anscheinend in Dar es Salaam. Was ein Zufall. Als ich den Mann noch fragte wann es losgehen würde, sagte er, dass es schon angefangen hätte und mir viel ein, dass Feierlichkeiten in Tansania meist nicht „von-bis“ gehen, sondern, dass sie ein undefinierbaren Beginn und Schluss haben. Der freundliche Mann erklärte dann noch, dass die Feierlichkeiten bis „baadaye“ dauern würden, was so viel wie „später“ heißt. So entschlossen sich Margarethe und ich dazu nochmal ganz entspannt zu unserer Unterkunft zu fahren, zu Abend zu essen und dann wieder zu kommen.

Jetzt sitzen wir in unserm AirBnB und überlegen, was wir anziehen sollen und dann machen wir uns auch schon los. Ich bin gespannt, was und dort erwarten wird.

 
 
 

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