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Unterwegs auf der Straße 🛵

  • Autorenbild: Nora Klammt
    Nora Klammt
  • 2. März 2024
  • 6 Min. Lesezeit

Mittlerweile fahren wir nur noch selten mit einem der Leiter mit dem Auto in die Stadt hin oder zurück sondern, organisieren uns selbst. Hier im Umkreis gibt es die Möglichkeit, sich mit dem Taxi, Daladala (Bus) oder Boda (Moped) fortzubewegen. Taxi und Bus sind für längere Strecken gut geeignet, wohingegen man auf einem Moped eher Wege kürzerer Distanzen zurücklegt, beispielsweise innerhalb der Stadt.

Dass das so ist, haben wir aber erst begriffen, nachdem wir uns von einem Mopedfahrer die halbe Stunde nach Hause fahren lassen haben und er 10 mal so viel Geld wollte, als wir für die Taxi- oder Busfahrt bezahlt hätten 😳. Das war ein bisschen ungünstig, denn als wir abstiegen und er etwas mit 3 sagte dachte ich, dass er 3.000 Tsh und nicht 30.000 Tsh Schilling meinen würde. Als ich ihm dann, als wir angekommen waren, die 3.000 Tsh reichte, wollte er sie nicht annehmen und fragte nach mehr. Glücklicherweise war gerade die Kindergärtnerin vom Nikolaushaus, Mama Tito, in der Nähe und holte Clemence aus dem Leitungsteam, der uns rettete. Das war uns sehr unangenehm, aber wir haben daraus gelernt. Und rückblickend war die Fahrt auf dem Moped schon sehr cool. Meine Eltern sollten die nächsten Zeilen jetzt vielleicht überspringen, denn wenn man so will, sind Margarethe und ich zu zweit bei dem Bodafahrer aufgestiegen und haben darauf vertraut, dass er uns dahin bringt, wo wir hinwollten. Außerdem hatte weder er noch wir einen Helm auf, aber ist ja alles gut gegangen 😅. Und ich sag mal so, hätte ich ein ungutes Gefühl gehabt, wäre ich niemals aufgestiegen.


Was die Sicherheit im Verkehr angeht, ist das hier sowieso eine Umstellung für mich. In meiner gesamten Zeit hier war ich glaube ich wirklich kein einziges Mal angeschnallt gewesen, wenn ich irgendwo mitgefahren bin. Oft gibt es auch keine Anschnallgurte, da diese ja die Anzahl der Sitzplätze anzeigen würden, was hier überflüssig ist. Denn es gibt keine Grenze nach oben. Es gab schon mehrere Momente, wo wir in einem Bus mitgefahren sind und wir dachten, dass jetzt nun wirklich niemand mehr reinpasst. Und jedes Mal stiegen noch mehr Leute ein.


Einmal hielten Margarethe und ich einen Bus vom Straßenrand aus an und stiegen ein. Die letzte Reihe sah voll aus weswegen ich in der vorletzten Platz nahm. Dann signalisierte mir ein Mann, dass ich noch mit in die letzte Reihe soll und was soll ich sagen, das passte dann auch. In der Reihe saßen zwar schon 4 Personen (die gemütliche Platz fanden), aber ich tat es dann einem kleinen Mädchen gleich, welches sich auch noch in dieser Reihe befand. Sie saß auf dem Schoß von zwei Personen, also zur Hälfte auf der einen und zur anderen Hälfte auf der anderen Person. Nun saß ich also auf 2 fremden Oberschenkeln. Der eine gehörte sogar zu einem Jungen, der jünger als ich aussah und es tat mir leid, dass er mein Gewicht tragen musste. Außerdem befand sich die nächste Sitzreihe so dicht vor uns, dass ich meine Knie nicht im rechten Winkel aufstellen konnte sondern etwas nach unten richten musste. So nahm ich eine Position zwischen sitzen und knien an und das auf 2 fremden Personen. Das war bestimmt für die beiden unter mir mindestens genauso unbequem wie für mich. Wir waren also zu sechst in dieser Reihe und dann fiel mir noch auf, dass die eine Frau noch 2 kleine Babys auf dem Arm hatte. Also ging ich davon aus, dass wir jetzt 8 Personen in der Reihe waren, auch wenn die Babys ja nicht so viel Platz wegnahmen. Das war aber noch nicht der Endstand. Als die Frau mit den beiden Babys aussteigen wollte, kam noch ein weiteres Kind zum Vorschein. Erstmal reichte die Frau die beiden Babys durch den Kofferraum nach draußen und bahnte sich schließlich einen Weg zur Tür nach vorne. Ihr folgte ein Mädchen, welches ich vorher noch nicht bemerkt hatte. So wie es aussah, hatte das Mädchen die Busfahrt kniend im Fußraum verbracht.


Ein anderes Mal saßen Margarethe und ich mit zwei weiteren Personen halbwegs bequem in einer Reihe, nur es war nicht möglich normal dazusitzen, weil sich im Fußraum einige große Säcke befanden. Meine Füße befanden sich also auf Höhe der Sitzbank und ich verbrachte die halbe Stunde Fahrt sitzend mit angewinkelten Beinen und eine andere Position war auch nicht möglich. Das hat mich aber nicht so sehr gestört, wie ein anderes Mal, als wir auf der Strecke einmal hielten und hinter uns etwas in den Kofferraum eingeladen wurde. Wir saßen in der letzen Reihe und hinter uns wurden jetzt Eimer mit totem Fisch eingeladen der dementsprechend auch roch. Es schienen aber zu viele Eimer für den kleinen Kofferraum zu sein weswegen unsere Sitzreihe beim Versuch den Kofferraum zu schließen nach vorne gedrückt wurde. Bequem ist anders, aber wir kamen irgendwann im Nikolaushaus an und das ist doch die Hauptsache.

Jetzt noch zu einem weiteren Ereignis von einer Busfahrt. Diesmal saßen Margarethe und ich richtig bequem. Das Daladala schien hinten schon sehr voll zu sein und so wurde die Tür der Beifahrerseite geöffnet. Der Sitz war breit genug für 2 Personen und bevor ich einstieg sah ich, dass 2 Kartons von dem Sitz genommen wurden. Als Margarethe und ich uns dann hingesetzt hatten wurden uns die beiden Kartons auf den Schoß gestellt. Wir staunten nicht schlecht als wir sahen was sich in den Karton befand. Jeder von uns hatte eine Torte auf dem Schoß die mit Fondant überzogen und wunderschön verziert war. Auf meiner stand „Happy birthday to my husband“ und eine große Blume mit Blattgold befand sich daneben. Auf der Torte auf Margarethes Schoß befand sich ein aus Fondant modellierter Arztkittel. Wir hatten die gesamte halbe Stunde Fahrt also die Verantwortung für die Torten. Gegen die Hitze und die Sonne, die direkt auf die Torten schien konnten wir leider nichts machen. Als wir ausstiegen gaben wir die Torten wieder ab 😅.


Ich glaube eine der nahezu unbequemsten Fahrten bisher erlebte ich Mitte Januar. Wir waren an einem Dienstag mal wieder auf dem Weg nach Bukoba mit einem Daladala. Die Fahrt dauert mindestens eine halbe Stunde, aber oft auch länger, da das Daladala zwischendurch immer wieder am Straßenrand anhält um weitere Personen einzusammeln oder aussteigen zu lassen.

Margarethe stieg zuerst ein und ergatterte den letzen richtigen Sitzplatz. Neben ihrem Sitzplatz war noch ein Sitz zum runterklappen befestigt. Diesen sollte ich aber nicht runterklappen, denn wenn ich auch stehen würde, würden noch mehr Leute reinpassen, wenn sie auch stehen. Da immer mehr Menschen einstigen wurde ich noch mehr an diesen hochgeklappten Sitz gedrückt. Auf Margarethes Schoß konnte ich aber auch nicht Platz nehmen, weil dort schon unser Rucksack geparkt war und außerdem berührten ihre Knie schon die Sitzbank vor ihr. Ich versuchte also weiterhin zu stehen. Das Problem ist, dass einige Menschen, unter anderem auch ich, ja stehen sollten, was aber garnicht möglich ist. Die Decke ist sehr tief und größere Menschen stoßen schon im sitzen mit ihrem Kopf dagegen 😅. Das heißt ich hockte halb und musste den Kopf noch einziehen. Das war sehr unbequem und eng sowieso 😂. Nach 10 Minuten stiegen dann aber auch einige Leute aus und ich sollte mit in die erste Reihe gehen. Die Bank war zwar schon voll aber naja. Ich hatte in dieser Reihe eine Sitzfläche die höchstes eine Hand breit war. Von sitzen konnte man eigentlich auch garnicht mehr richtig sprechen. Ich kann kaum beschreiben, wie ich da saß. Mit meiner rechten Seite saß ich noch minimal auf dieser Bank und ansonsten versuchte ich meinen linken Fuß fest auf den Boden zu drücken und mich anzulehnen um nicht von der Bank zu fallen. Schließlich sollte ich ja sitzen blieben. Ganz unlustig wurde es dann, als das Daladala am Straßenrand anhielt und wieder einige Leute einstigen. Sitzplätze waren schon lange nicht mehr da weswegen die Zugestiegenen stehen mussten. Aber, wie gesagt, ist gerades stehen praktisch unmöglich. So standen die Menschen dann bis zur Hüfte durchgestreckt und den Oberkörper lehnten sie nach vorne um nicht mit dem Kopf an die Decke zu stoßen. Eine Frau die schräg hinter mir stand beugte sich dann so nach vorne, dass auch ich mich nach vorne beugen musste. Somit saß ich dann noch unbequemer als vorher. Ich hatte kaum Sitzfläche und versuchte mich mit meiner Beinkraft in der Position zu halten. Bewegen konnte ich mich ja auch nicht, da die Frau genau über mir lehnte. Mein Oberkörper berührte schon meine Knie und mir tat alles weh 🥲. Irgendwann wurde es wieder etwas leerer und ich konnte zumindest aufrecht sitzen. Aber das war echt eine der unbequemsten Fahrten.



Kleiner Nachtrag: Heute, also wo dies Beitrag online kommt, wurde ich im Daladala sogar angeflirtet und nach meiner Nummer gefragt. War auf jeden Fall sehr unangenehm, weil ich ja nicht einfach weggehen konnte😅.











 
 
 

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