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Vorweihnachtszeit im Nikolaushaus 🎅

  • Autorenbild: Nora Klammt
    Nora Klammt
  • 13. Jan. 2024
  • 6 Min. Lesezeit

In diesem Bericht möchte ich über die Vorweihnachtszeit hier im Nikolaushaus schreiben. Dadurch, dass das Nikolaushaus von einer deutschen Frau gegründet wurde, hat es die ein oder andere Tradition auch hierher geschafft. Außerhalb des Nikolaushauses kommt so gut wie keine Weihnachtsstimmung auf.

Ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich Weihnachten und alles drum herum sehr liebe, weswegen ich zur Zeit auch einiges vermisse. Gerade die Weihnachtszeit, wie ich sie in Deutschland erlebe, ist so magisch. Wenn es schneit und alles von Lichtern erfüllt ist. Wenn man sich ganz dick einpacken muss und der Glühwein einen von innen wärmt. Und vor allem, wenn man sich die Zeit für seine Liebsten nimmt und gemeinsam wunderschöne Stunden miteinander verbringt. Das alles und so viel mehr fehlt mir gerade. An Schnee ist hier nicht zu denken und auch meine Familie und all unsere Traditionen, die ich so sehr liebe, sind ganz weit entfernt.


Am ersten Dezember saß ich kurzärmlig mit ein paar Kindern im Sandkasten und ich habe geschwitzt. Während ich Fotos von Schnee, Weihnachtsmarkt und Ski fahren sehe sind bei mir 28 Grad und nichts außerhalb des Nikolaushauses erinnert mich an Weihnachten, wie ich es kenne. Die Weihnachtsstimmung blieb somit erstmal aus, was für mich echt ungewohnt war, weil ich sonst gefühlt im Oktober, allerspätestens im November, schon Weihnachtslieder rauf und runter höre.


Hier im Nikolaushaus gibt es sowohl im Jungen- als auch im Mädchenhaus einen Adventskalender, in dem an jedem Tag für jedes Kind eine kleine Süßigkeit drin ist. Am ersten Advent waren wir in der Kirche, was aber auch nichts wirklich besonderes im Vergleich zu den anderen Gottesdiensten hier war.



Das erste Fünkchen Weihnachtsstimmung kam am Nikolaustag auf. Hier haben Margarethe und ich Nikolaus gespielt. Wir sind ganz früh aufgestanden und haben in die Schuhe, die vor den Zimmertüren standen, jeweils eine Tüte mit Süßigkeiten und einen Apfel reingelegt.

Das war aber garnicht so leicht, denn vor dem Jungenzimmer standen mehr Schuhe als es Jungen gab, die darin schlafen. So mussten wir erstmal überlegen, welcher der Jungen wohl noch ein Schuh mehr hingestellt und auf doppelte Beute gehofft hatte.


Ein paar Tage vor dem Nikolaustag waren Margarethe und ich damit beschäftigt gewesen die Geschenke vorzubereiten. Das hatten zwar schon 2 Mitarbeiterinnen aus dem Leitungsteam gemacht, die allerdings kein Problem darin gesehen hatten, die Äpfel schon mit den Süßigkeiten in eine Plastiktüte zu verpacken. So bestand unsere Vorbereitung dann darin, alle 45 Plastiktüten wieder zu öffnen, um den Apfel nochmal rauszunehmen, damit dieser nicht faulig werden würde. Bei der ganzen Aktion löschten wir auch einige Ameisen aus, die es sich in dem Karton, in dem sich die Tüten befunden hatten, gemütlich gemacht hatten.


Am 05.12.2023 hatten alle Kinder ganz ordentlich ihre Schuhe geputzt und sie vor ihre Zimmer gestellt. Am Nikolaustag hatte somit jedes Kind dann einen leckeren Apfel und eine Tüte mit Süßigkeiten ohne Ameisen.

Am 06. Dezember war dann auch noch ein Gottesdienst. Dieser fand wieder in der Kirche statt, die sich hier auf dem Gelände befindet. Es stellte sich dann auch heraus, dass der Gottesdienst auch nur für das Nikolaushaus war und der Pfarrer somit extra für uns kam und einen Gottesdienst hielt. Zwischen der Zeit, wo der Gottesdienst beginnen sollte und wo er dann tatsächlich begann lag übrigens eine Stunde. Das hatte damit zu tun, dass sich der Pfarrer verspätete. Wir warteten also eine Stunde auf den Pfarrer 😅.

Damit die Zeit gut genutzt war, wurde eine Box geholt, in der sich lauter kitschige Klamotten befanden. Natürlich alle weihnachtlich in rot gehalten und oft aus Samt oder mit Glitzer verziert. Margarethe und ich bekamen den Auftrag für jedes Kind etwas passendes herauszusuchen und nachdem alle Kinder mindesten ein rotes Kleidungsstück anhatten begann auch schon das Fotoshooting 😂. Das war eine echte Herausforderung aber auch super lustig.



Einen Tag später kamen dann übrigens noch ein paar (für mich) neue Kinder ins Nikolaushaus. Zum Beispiel auch die 3 Mädchen Agnes, Edina und Elleth, die wir bei unserer ersten Fahrt nach Bukoba im Internat abgegeben hatten. Die Kinder hier in Tansania haben fast den ganzen Dezember frei und somit befinden sich jetzt alle 45 Kinder im Nikolaushaus. Da sie nicht zur Schule gehen müssen ist es auch deutlich trubeliger und lauter als vorher. Das war schon erstmal eine Umstellung, aber immerhin kenne ich jetzt alle Kinder der Nikolaushausfamilie 🥰.


Dann hatten wir noch vor mit den Kindern Plätzchen zu backen. Der einzige Ofen befindet sich hier allerdings im Gästehaus, in welches die Kinder nicht rein dürfen. So war der Plan mit den Kindern am Esstisch die Plätzchen auszustechen und Margarethe und ich würden sie im Anschluss im Ofen backen.

Also nahmen wir uns ein paar Tage vor dem zweiten Advent, an welchen wir zum ersten Mal backen wollten, den Schlüssel zum Gästehaus. Gut, dass wir nicht am Tag selbst erst das Gästehaus zum ersten Mal betreten haben, denn als Margarethe einen der Schränke öffnete sah man es in diesem nur krabbeln. Die Ameisen, die sich in den Nikolaustüten angesammelt hatten, waren nichts im Vergleich zu dem was wir hier sahen. Es krabbelte wirklich in dem gesamten Schrank und jetzt wo dieser offen stand bahnten sich die Ameisen ihren Weg nach draußen.


Grund für diese Belagerung war eine angefangene Zuckertüte, die im Schrank stand. Der letzte Besuch war vor über einem Monat da gewesen was bedeutete, dass so lange auch niemand mehr hier drin gewesen war. Wir holten sofort das Spray gegen die Ameisen und verteiltet es großzügig im ganzen Schrank. Wir verbrauchten gefühlt die halbe Flasche bis sich das Krabbeln langsam legte. Das muss wirklich ein ganzer Ameisenstaat gewesen sein, der es sich hier gemütlich gemacht hat 😳.

Als einer der Leiter schon eine Mitarbeiterin zum putzen schicken wollte sagten wir, dass wir das auch übernehmen können und so verbrachten wir die nächsten Stunden damit alle Ameisen zu entfernen und anschließend alles Geschirr, was sich in diesem Schrank befunden hatte zu spülen. Schließlich war das Spray gegen die Ameisen auch auf das Geschirr gekommen. Nach mehreren Stunden war alles wieder Blitze blank und wir entsorgten den toten Ameisenstaat. Jetzt war alles bereit zum backen!

Am 2. und 3. Advent haben wir dann in mehreren Kleingruppen mit den Kindern dann Plätzchen gebacken was relativ gut geklappt hat. Manche Kinder hatten zwar mehr Spaß daran den Teig gleich zu essen, anstatt ihn zu verarbeiten und andere wollten lieber ein Riesen-Plätzchen als viele Kleine produzieren, aber im Großen und Ganzen sind wir mit der Aktion rückblickend sehr zufrieden. Wir haben von einem Rezept ich glaube die 8-fache Menge gemacht aber das ist auch nötig bei 45 Kindern und etlichen Mamas.



Am 17.12.2023, also am dritten Advent, stand dann das Schmücken an. Wir wurden schon vorgewarnt, dass es sehr kitschig werden würde, aber was wir dann alles sahen erschlug uns trotzdem mehr als gedacht. Viele Weihnachtsbäume aus Plastik die unter dem ganzen Lametta und kitschigen Glitzerschmuck fast verschwanden. Girlanden mit dem Schriftzug „Merry Christmas“ oder vielen aneinander gereihten Weihnachtsmännern wurden aufgehangen.

Alle Kinder griffen aus den Deko-Kisten das, was ihnen gerade gefiel und verteilten es nach Lust und Laune im Haus.

Als ich dachte es könnte garnicht mehr schlimmer werden, sah ich einen Jungen einen Plastik-Weihnachtsmann aufblasen 😂. Überall wo ich hinguckte glitzerte es und die Deko-Kiste schien sich garnicht zu leeren. Dieser Anblick war echt neu und total überfordernd. Wahrscheinlich auch weil ich bin zuhause einen echten Baum mit echten Kerzen gewohnt bin. Das hier war das komplette Gegenteil und ich versuchte mich daran zu gewöhnen, aber für meine Augen war das ein bisschen viel auf einmal 😅. Als ich in die Kiste griff, holte ich eine Playmobil-Krippe raus die aber nach Anweisungen eines Kindes erst später aufgebaut werden würde. Gott sei Dank! Ach ja immerhin kommt so ein bisschen Weihnachtsstimmung auf 😅.

So eine Deko würde man auch in Deutschland finden was vor allem damit zusammenhängt, dass die Leiterin des Nikolaushauses aus Deutschland einige Traditionen hier mit her gebracht hat. Wie es im restlichen Teil des Landes an Weihnachten aussieht kann ich leider nicht sagen.



Ansonsten haben sich Margarethe und ich in der Vorweihnachtszeit etwas für Weihnachten schneidern lassen. Wir haben uns auf dem Markt am 12.12.2023 roten Stoff gekauft und unsere Vorstellungen der Schneiderin erklärt. Eine Woche später am 19.12.2023 konnten wir unsere Kleider dann abholen ☺️.


Soviel zur Vorweihnachtszeit im Nikolaushaus. Wenn man jedes Jahr die gleichen Traditionen hat ist es schon eine große Umstellung zu der Vorweihnachtszeit hier aber ich sehe es auch als eine wertvolle Erfahrung.




Kinder, die ich in diesem Beitrag erwähnt habe:


Edina Agnes Ellieth


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