Weihnachten mal anders 🎄
- Nora Klammt
- 20. Jan. 2024
- 4 Min. Lesezeit
Weihnachten begann für Margarethe und mich in gewisser Weise schon am 23.12.2023 denn, dort öffneten wir am Nachmittag die Pakete von unseren Familien. Wir wussten nicht wie viel Zeit dafür am nächsten Tag bleiben würde, also machten wir es schon früher. Es war ein richtig schönes Gefühl das Paket zu öffnen, aber wie Weihnachten fühlte es sich trotzdem nicht an. Ich glaube diesen Satz werde ich in dem Bericht noch häufiger schreiben 🥲.
Am allermeisten habe ich mich über die Karte von meinen Eltern und den Brief von meiner besten Freundin gefreut. Wirklich so liebe und rührende Worte. Und mir ist mal wieder bewusst geworden, dass das schönste Geschenk doch meine liebsten Menschen sind. Meine Familie und meine Freunde.
Vor allem in den folgen Tagen habe ich es noch viel mehr zu schätzen gewusst, dass ich Weihnachten sonst jedes Jahr mit meiner Familie verbringe und alle zusammenkommen. Das hat mir dieses Jahr sehr gefehlt. Es waren zwar so viele lieben Menschen um mich, aber zeitgleich war alles so anders und nicht „wie immer“. Und „wie immer“ ist, was Weihnachten angeht, das Beste 🥰.
Der 24. Dezember war ein Sonntag und so gingen wir am Vormittag in die Kirche um den vierten Advent zu feiern. Die Kirche war auch richtig geschmückt. An den Wänden im Altarraum hingen Tücher und eine Girlande reichte durch die ganze Kirche. Zudem war ein Plastikweihnachtsbaum und ein Adventskranz aufgestellt. Die Krippe stand allerdings noch nicht, sie wurde erst am Abend aufgestellt.
Der Gottesdienst dauerte wie immer 2 Stunden und danach gab es Mittagessen. Das bestand wie eigentlich fast immer aus Reis mit Bohnen. Nach dem Essen haben Margarethe und ich noch Plätzchen verteilt, worüber sich die Kinder wie immer riesig drüber gefreut haben.
Den Nachmittag verbrachten wir mit vielen Kindern in der Mehrzweckhalle. Es wurde Musik über eine Box angespielt und die Kinder versuchten uns den passenden Tanz zu einem Song beizubringen. Das hat super viel Spaß gemacht.
Hier im Nikolaushaus begann Weihnachten für mich so richtig am 24.12.2023 um 17 Uhr mit einem gemeinsamen Abendessen. Sonst essen die kleinen Jungen und Mädchen separat in den beiden Häusern und die älteren Kinder essen später. An diesem Tag brachten wir viele Tische und Bänke rüber ins Mädchenhaus und versuchten alle Tische möglichst nah aneinander zu platzieren. Wir waren bestimmt über 60 Leute. 45 Kinder, etliche Mamas, Stefanie, die Leiterin des Nikolaushauses, die über Weihnachten aus Deutschland zu Besuch kam und Margarethe und ich. Zur Feier des Tages gab es (Trommelwirbel) - Reis mit Bohnen. Also so wie immer 😅. ABER es gab auch selbstgemachte Pommes und 2 Sorten Fleisch, von dem ich aber nicht probierte. Somit war es doch ein bisschen wie etwas besonderes.
Nach dem Essen gab es noch für jeden eine Süßigkeit und die Kinder haben sich mit dem Abwasch beeilt, sodass die Bescherung noch vor der Christmette stattfinden konnte. Alle fanden sich nach und nach im oder um das Wohnzimmer im Mädchenhaus ein. Dort wurde von einigen Kindern die Weihnachtsgeschichte auf Swahili vorgelesen und ein Lied gesungen. Kurz darauf gab Stefanie uns ein Zeichen, dass wir ihr folgen sollten. Wir gingen zum Office und staunten nicht schlecht als wir 45 Tüten gestapelt sahen. Wir halfen ihr diese rüber ins Wohnzimmer zu transportieren. Jede Tüte zierte der Name eines Kindes und als wir mit den Tüten den Raum betraten, machten die Kinder ganz große Augen und man konnte ihnen die Vorfreude regelrecht ansehen.
Dann griff Stefanie die erste Tüte und las den Namen darauf vor. Unter tosendem Applaus der Kinder und Mamas übergab sie dann die erste Tüte an das dazugehörige Kind. Und so ging es immer weiter bis schließlich jedes Kind eine Tüte in der Hand hatte. Jedes Mal freuten sich alle Kinder für die anderen mit und es war eine richtig schöne Stimmung. Ich hatte total viel Freude daran den Kindern zuzugucken wie sie ihre Geschenke auspackten und sich freuten. Jackson kam die ganze Zeit zu mir und präsentierte mir seine Geschenke 😅☺️ richtig süß. Es war wirklich eine schöne Erfahrungen an Weihnachten so viele Kinder glücklich zu sehen 🥰.
Stefanie hatte für Margarethe und ich mich auch ein Geschenk zu Weihnachten, was ich richtig lieb fand. Auf einer Karte schrieb sie, dass es schön sei, dass ich hier bin und Weihnachten mit der Nikolaushausfamilie feiere. Das fand ich sehr schön zu hören ☺️.
Nach der Bescherung ging es für die kleineren Kinder ins Bett und die anderen machten sich für die Kirche fertig. Es stand nämlich wieder ein Gottesdienst an. Dieser war ähnlich wie die Christmette in Deutschland. Wir wussten vorher nur, dass dieser Gottesdienst sehr lange dauern könnte. Letztendlich saßen wir knapp 3 Stunden 😢. Und dazukommen noch die zweieinhalb Stunden am Morgen. Insgesamt saßen wir am 24. Dezember also 5 Stunden in der Kirche, was für mich persönlich ein bisschen viel war. Zumal ich im Gottesdienst auch kaum etwas verstand und mich somit sehr in meinen Gedanken verlor.
In dieser Zeit vermisste ich meine Familie schon sehr. Ich wusste, dass sie wahrscheinlich gerade bei der Bescherung waren und sich miteinander freuten. Ich fühlte mich teilweise ein bisschen wie im falschen Film. Ich saß hier in der Kirche soweit weg von zuhause und konnte nicht bei dem Weihnachten dabei sein, was ich so sehr liebe.
Jetzt schmückte auch eine schöne Krippe den Altarraum und kitschige Lichterketten an dem Plastikbaum waren an. Wie Weihnachten fühle es sich trotzdem nicht so ganz an.
Dann wurde ich aber auch schon wieder aus meinen Gedanken gerissen als nach der einstündigen Predigt lauter Gesang ertönte und alle anfingen im Rhythmus zu klatschen. Nun gingen viele Frauen in den schönsten Kleidern nach vorne. Jeder hatte etwas in der Hand, wie eine Art Gabe. Die eine Frau trug eine ganze Maispflanze nach vorne. Ihr folgten Frauen mit Papayas, Bohnen und Salz. Die Frauen stellten sich im Altarraum auf und ihre Gaben wurden mit Weihwasser geweiht.
Ansonsten war der Gottesdienst nicht so viel anderes als die anderen, die ich hier sonst erlebe.
Nach dieser anstrengen Messe bin ich nur noch ins Bett gefallen und sofort eingeschlafen.
Dass ich so viel vermisse zeigt mir aber, dass ich jedes Jahr so wunderschöne Weihnachten mit meiner Familie erlebe und es ist auch schön ist, etwas zu haben, was man vermissen kann. Jetzt kann ich mich umso mehr auf nächstes Jahr Weihnachten freuen und ich bin eine Erfahrung reicher 🥰.
Trotzdem fand ich es eine schöne Erfahrung, Weihnachten mal ganz anders zu erleben. Auch wenn ich mich schon sehr auf meine gewohnten Traditionen, freue werde ich mich vermutlich an den kommenden Weihnachtsfesten immer gern an das Strahlen der Kinder erinnern, die gespannt ihre Geschenke geöffnet haben und mir stolz präsentiert haben, was sie bekommen haben 🥰.















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